Ärzte Zeitung, 06.05.2009

Technik soll das Demografieproblem lindern

Bessere Gesundheitsversorgung zu Hause / Industrieverband VDE legt erste Empfehlungen für IT-Systeme vor

BERLIN (gvg). Alte und kranke Menschen sollen künftig verstärkt zu Hause versorgt werden. Informationstechnik kann dabei helfen. Der Industrieverband VDE hat jetzt erste konkrete Empfehlungen für entsprechende IT-Systeme vorgelegt.

"Ambient Assisted Living" (AAL), das technisch unterstützte Leben in den eigenen vier Wänden, gilt als eine mögliche Antwort auf die demografische Entwicklung: Wenn die Menschen immer älter werden, lässt sich dessen nur dann organisatorisch und finanziell Herr werden, wenn Klinikbesuche und Heimaufenthalte die Ausnahme bleiben.

Eingebunden in künftige AAL-Szenarien sind je nach Versorgungssituation und individuellen Bedürfnissen soziale Einrichtungen, Kliniken und niedergelassene Haus- oder Fachärzte. Das Problem: Es gibt zwar einzelne AAL-Anwendungen, nicht zuletzt den seit vielen Jahren etablierten Hausnotruf. Standards für stärker vernetzte Konzepte unter Einbindung von Hausärzten, Kliniken oder anderen Dienstleistern fehlen aber.

Noch fehlen Standards für vernetzte Systeme.

Solche Standards wären jedoch wichtig, auch weil die Wohnungswirtschaft sie schon beim Neubau von Wohnungen berücksichtigen könnte. So könnten Wohnungsbaugesellschaften AAL-taugliche Hausnetzwerke in ihre Neubauten einbauen, wenn klar wäre, welche Anforderungen an Technik und Nutzerfreundlichkeit von AAL-Anwendungen stellen.

In seinen jetzt vorgelegten Empfehlungen regt der Verband der Elektrotechnik (VDE) die Schaffung von Integrationsprofilen an, die typische AAL-Szenarien beschreiben. "Überwachung der Vitalparameter" könnte ein solches Integrationsprofil sein. Hersteller entsprechender Geräte könnten sich daran dann orientieren. In der Konsequenz wären Geräte, Hausnetzwerke und zugehörige Software kompatibel und austauschbar.

Eine zweite Anregung des VDE geht dahin, Schnittstellen offenzulegen, um zu gewährleisten, dass Lösungen und Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander vernetzt werden können. Am Ende soll eine Art AAL-Pass stehen, der die AAL-Tauglichkeit einer Wohnung oder eines IT-Produkts nach außen hin belegt.

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