Ärzte Zeitung, 23.07.2009

Kommentar

Kein Weg führt an Prävention vorbei

Von Julia Frisch

Gleiches Geld für gleiche Leistung: Von diesem Ziel der Honorarreform sehen sich Niedergelassene in Westfalen-Lippe weit entfernt. Während ein Hausarzt in Niedersachsen für die Versichertenpauschale bei über 60-jährigen Patienten die vollen 35,70 Euro bekommt, kriegt der Kollege in Westfalen-Lippe nur 32 Euro voll vergütet - weil der Fallwert zu niedrig ist. Da kann man als Praxischef nur auf möglichst viele "gesunde Patienten" mit geringem Leistungsbedarf hoffen.

Gleiches Geld also für gleiche Arbeit? In Westfalen-Lippe empfinden dies viele Praxischefs als Hohn. Die niedrigen Fallwerte können sie zwar im Vergleich zu anderen KVen durch hohe Fallzahlen kompensieren. Doch das bedeutet nur, dass Ärzte für gleiches Geld mehr arbeiten müssen.

Was alle Hausärzte bundesweit eint, ist freilich die Erkenntnis, dass sich nur mit dem Forcieren der RLV-freien Leistungen wie Prävention der Umsatz halten lässt. Das ist natürlich politisch gewollt. Mehr Prävention in den Praxen - davon verspricht man sich langfristig gesündere Menschen und weniger Kosten für die Sozialversicherung. Ob dieses Kalkül aufgeht, ist natürlich fraglich. Sicher ist aber: Den Zug der Vorsorge sollten Ärzte auf keinen Fall verpassen - im eigenen Interesse.

Lesen Sie dazu auch:
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Nebenschauplätze bestimmen das Einkommen

 

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