Ärzte Zeitung, 02.11.2009

Debatte um Schweinegrippe am Wendepunkt?

Von Hauke Gerlof

Foto GSK, www.fotolia.de

Notstand in den USA, Panik wegen Schweinegrippe in der Ukraine, mehr Tote jetzt auch in Deutschland - stehen wir am Wendepunkt der Debatte um H1N1?

Bisher überwiegt bei vielen Menschen - auch bei Ärzten - die Impfskepsis. Die Risiken des Impfstoffs erschienen im Vergleich zu den Risiken der vermeintlich harmlosen Schweinegrippe lange als höher, jedenfalls im traditionell impfkritischen Deutschland. Wird sich das jetzt ändern?

Fakt ist: Der Start der Impfkampagne ist eher verhalten gewesen. In vielen Praxen dauert es noch seine Zeit, bis zehn Impfwillige gefunden sind, die man benötigt, damit kein Impfstoff verfällt. Insofern liegen Bundesländer richtig, die die Impfung allen ermöglichen, die sie wünschen. Jeder Geimpfte ist ein Überträger weniger.

Allen Beteiligten sollte klar sein: Wenn denn tatsächlich eine zweite Welle mit einer hoch infektiösen und deutlich aggressiveren Virus-Variante kommt, dann könnte eine zu diesem Zeitpunkt beginnende Impfkampagne viele Todesfälle nicht mehr verhindern. Der Grund ist einfach: Die Ansteckungsraten steigen bei einer Epidemie exponentiell, die Impfkapazitäten aber sind begrenzt. Um einen Großteil der Bevölkerung zu impfen, braucht es seine Zeit. Darum im Zweifel lieber frühzeitig impfen!

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Schweinegrippe: Viele Ärzte stehen zwischen Verunsicherung und Impfskepsis

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Schweinegrippe dringt weiter vor in Europa

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