Ärzte Zeitung, 13.04.2010

Tipps für die Arzthelferin

Handys raus aus dem Wartezimmer! So könnte es funktionieren

In Arztpraxen sind Handys besonders störend. Nicht nur wegen des Lärms. Sondern auch, weil sie die sensiblen Medizingeräte stören könnten. Mit einer strikten Infokampagne bekommt man sie raus aus der Praxis.

Von Theresia Wölker

Fast jeder besitzt heutzutage mindestens ein Handy, doch nur ein kleiner Prozentsatz aller Besitzer scheint zu wissen, wie man ein Handy höflich gebraucht. Viele haben kein Problem damit, ihre persönlichsten Informationen und Trivialitäten lautstark in aller Öffentlichkeit auszutauschen. Leider geschieht das nicht nur in Bahnen und Bussen, sondern auch in Wartebereichen im Krankenhaus oder in der Arztpraxis.

Das Telefonieren mit Handys stört nicht nur andere Patienten sondern auch das Praxisteam aufgrund der häufigen Enge ganz massiv. Aufrufe und Hinweise wie: "Handys raus aus dem Wartezimmer! Es strahlt und stört!" werden leider nicht immer beachtet. Hier sollte die Arzthelferin/Medizinische Fachangestellte (MFA) telefonierenden Patienten klar und deutlich machen, dass gewisse Praxisregeln einzuhalten sind.

Nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen. In der Regionalpresse finden sich immer wieder Hinweise, auch auf Diebstähle in Arztpraxen, wie zum Beispiel: "Ein Unbekannter hat am Dienstagnachmittag (16. Februar) zwischen 15 und 16 Uhr in dem Wartezimmer einer Arztpraxis in Bexbach aus einer Jacke ein Handy sowie 60 Euro Bargeld gestohlen. Zur Tatzeit hing die Jacke laut Polizei an der Garderobe. Hinweise an Telefon: ..."

Es scheint notwendig, den Umgang mit dem Handy in der Arztpraxis klar im Rahmen des Qualitätsmanagements (QM) zu regeln und diese praxisinternen Maßnahmen vor allem neuen Patienten zur Kenntnis zu geben. Sinnvoll erscheint auch ein entsprechender Hinweis im Wartezimmer und auf der Praxishomepage. Dieser könnte wie folgt lauten: "Hinweise für unsere Patienten zu Mobiltelefonen: Das Handy-Verbot gilt in gesetzlichen Tabuzonen wie Krankenhäusern, Arztpraxen und Flugzeugen. Die Funkwellen des Handys können die empfindliche Elektronik medizinischer Geräte oder anderer Geräte stören. Auch mit Rücksicht und Respekt vor mitwartenden Patienten bitten wir Sie, Ihr Handy vor dem Betreten unserer Arztpraxis vollständig auszuschalten."

Die Wiener Ärztekammer hat im Oktober 2010 eine Plakataktion mit zehn medizinischen Handy-Regeln gestartet, die Praxen zum Beispiel in ihr Qualitätsmanagement und in ihre Patienteninformationen integrieren können (www.mobilfunk-buergerforum.de/presse/pdf/06elektrosmog -10-med-handyregeln.pdf).

Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »