Ärzte Zeitung, 27.07.2010

Tipps für die Arzthelferin

Checkliste schafft für Azubis Klarheit und gibt Sicherheit

Für die Einarbeitung der Azubis in den Praxen haben sich neben der Betreuung auch Checklisten bewährt.

Von Theresia Wölker

Nächsten Montag ist es soweit. Dann starten in vielen Praxen junge Frauen und Männer ihre Ausbildung zur/m Medizinischen Fachangestellten (MFA). Wie bereits in den vergangenen beiden Wochen berichtet, kommt der Einarbeitungsphase die zentrale Rolle zu. Mit einer ausgeklügelten und strukturierten Betreuung kann Frust und Enttäuschung auf beiden Seiten verhindert werden.

Außer einer detaillierten, schriftlich hinterlegten Stellenbeschreibung kann eine Checkliste für das neue Teammitglied hilfreich sein. Diese kann folgende Leitsätze beinhalten - die die Neue dann aber auch gegenüber der gesamten Belegschaft einfordern können muss.

  • Fragen Sie! Unsicherheit ist am Anfang völlig normal. Fragen Sie, wenn Ihnen etwas nicht klar ist. Fragen ist wichtig, denn Stillschweigen signalisiert, ich habe es verstanden.
  • Beobachten Sie, lernen Sie: Wie ist die Arbeitsatmosphäre, welche Rolle haben die einzelnen Kollegen und Kolleginnen, wie geht man miteinander um? Wie ist das Verhältnis zum Chef? Wie ist der Umgangston? Welche Rituale gibt es?
  • Passen Sie sich den Gewohnheiten Ihrer neuen Umgebung an. Duzen sich alle im Team? Nicht einfach mit-duzen. Warten Sie ab, bis Kollegen Ihnen das Du anbieten, oder machen Sie den Vorschlag, dass man Sie mit dem Vornamen und mit Sie anredet.
  • Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie sich jemandem gegenüber verhalten sollen, fragen Sie!
  • Machen Sie sich mit Checklisten, Bedienungsanleitungen und Arbeitsanweisungen vertraut; fragen Sie nach schriftlichen Instruktionen.
  • Nehmen Sie sich Zeit! Hektik und Ungeduld erhöhen das Fehler- und Unfallrisiko.
  • Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, sagen Sie es sofort. Fehler sind menschlich, haben aber in der Praxis oft große Auswirkungen.
  • Machen Sie sich Notizen.
  • Erkennen Sie vor allem, wo die risikorelevanten Bereiche in der Praxis sind, und halten Sie strikt die Anweisungen ein, die Sie bekommen.
  • Bleiben Sie immer neugierig, aufmerksam und zuversichtlich. Mit der aufkommenden Routine des Praxisalltags steigen auch die kleinen Erfolgserlebnisse.

Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams.

Lesen Sie dazu auch:
Azubi-Tage in Dresden und Castrop-Rauxel

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