Ärzte Zeitung, 31.01.2011

PKV finanziert muttersprachliche Beratungsstellen

Da reguläre Angebote meist deutschsprachig sind, beteiligen sich die privaten Krankenversicherer jetzt an speziellen Beratungsservices für Migranten.

KÖLN (iss). Die unabhängige Patientenberatung in Deutschland (UPD) bietet künftig ein eigenes Angebot für türkisch- und russischsprachige Ratsuchende. Neben einem spezifischen Internetauftritt und einer Telefon-Hotline auf Türkisch und Russisch werden in den Städten Berlin, Nürnberg, Stuttgart und Dortmund für diese Patientengruppe muttersprachliche Beratungsstellen eingerichtet.

Finanziert wird das neue Angebot vom Verband der privaten Krankenversicherung (PKV). Er war - anders als die gesetzlichen Krankenkassen - nicht an der zehnjährigen Modellphase der UPD beteiligt. Da die Patientenberatung jetzt in den Regelbetrieb überführt wird, beteiligt sich die PKV freiwillig an den Kosten, wie es auch dem Wunsch der Politik entspricht.

Die Privatversicherer zahlen in diesem Jahr 364.000 Euro für das Projekt. Das Geld fließt ausschließlich in die Beratung der Migranten. Die Finanzierung eines neuen innovativen Projekts war für die PKV die Voraussetzung für die Beteiligung an der UPD.

Bei der gezielten Beratung von Migranten hat die PKV Bedarf gesehen, da die regulären Angebote zumeist auf deutschsprachige Patienten ausgerichtet sind. "Wenn es um die Gesundheit geht, sollten keine Sprachbarrieren im Weg stehen", sagt der Direktor des PKV-Verbands Dr. Volker Leienbach. Wer wirklich Integration wolle, müsse auch etwas dafür tun, so Leienbach.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »