Ärzte Zeitung, 31.05.2011

Banken erwarten Qualitätsmanagement

Banken legen bei der Kreditvergabe immer mehr Wert auf das Qualitätsmanagement in der Arztpraxis. Und auch das Einschätzen der unternehmerischen Risiken gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Von Michael Vetter

Banken erwarten Qualitätsmanagement

In Gesprächen mit dem Praxisteam können Ärzte die Prozesse regelmäßig überprüfen - das ist Teil eines QM.

© Klaus Rose

DORTMUND. Nicht nur aufgrund gesetzlicher Vorgaben, sondern auch wegen der erhöhten Anforderungen an zukünftige Kreditvergaben müssen sich Ärzte intensiv mit dem Aufbau und der Verbesserung ihres Qualitätsmanagements (QM) befassen.

Dazu sollen vor allem Aufbauprozesse und Abläufe innerhalb der jeweiligen Praxis regelmäßig überprüft und kontinuierlich verbessert werden. Beim QM sind vor allem die in der Praxis beschäftigten Mitarbeiter und der Arzt als Unternehmer von Bedeutung.

So legen Banken als Kreditgeber mittlerweile ebenso großen Wert auf eine professionelle Fortbildungsplanung der Mitarbeiter wie auf eine an den Praxisnotwendigkeiten orientierte Personalplanung und eine stetige Verbesserung der Managementqualitäten des Arztes.

Es sollte darüber hinaus über Arbeitsplatzbeschreibungen mit klar definierten Verantwortungsbereichen nachgedacht werden, um eine effiziente Praxisführung zu gewährleisten.

Schriftliche Richtlinien

Außerdem bieten sich schriftliche Richtlinien an, in denen beispielsweise Einzelheiten der Terminvergabe erläutert werden oder die Bearbeitung persönlicher oder telefonischer Anfragen von Patienten. Aber auch bei der Behandlung von Patienten bieten sich organisatorische Teilschritte an, die schriftlich dargestellt werden können.

Diese Teilschritte sollten von der Anamnese über die Diagnose bis zur Therapieplanung sämtliche wichtigen Punkte enthalten, die von einem professionellen QM erwartet werden. Dazu gehören auch interne Regelungen über die Beachtung und Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen wie der Röntgen- und Strahlenschutzverordnung oder dem Datenschutz.

Weitere Informationen können Ärzte von den Standesorganisationen erhalten oder von privaten Anbietern, die sich auf Praxismanagement spezialisiert haben.

Auch das Einschätzen unternehmerischer Risiken gewinnt in Arztpraxen als Rentabilitätsfaktor an Bedeutung. Zu einem "Risikofrühwarnsystem" gehören folgende Prozessphasen:

  • die Risikoidentifikation, mit deren Hilfe
  • sämtliche Einzelrisiken der Praxis zusammengestellt und entsprechende Indikatoren zu deren Früherkennung ermittelt werden;
  • die Risikoanalyse zur Bewertung dieser Risiken und der damit verbundenen finanziellen Verlustpotenziale;
  • die Risikokommunikation, bei der sowohl Beobachtung als auch Einschätzung der Risiken an Mitarbeiter übertragen werden, die ihrerseits die Informationswege einhalten müssen;
  • das Risikocontrolling zur Festlegung von Maßnahmen, mit deren Hilfe Risiken eingegrenzt oder verhindert werden sollen.
  • Die Verantwortung für die Umsetzung liegt ebenfalls bei den jeweiligen Mitarbeiterinnen. Darüber hinaus wird die Erfolgswirksamkeit der beschlossenen Maßnahmen zu festgelegten Zeitpunkten regelmäßig kontrolliert.

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