Ärzte Zeitung, 02.09.2011

Patientenseite auf Facebook trifft Nerv der Ärzte

Regeln zum Umgang mit dem neuen Medium für Ärzte fehlen noch

NEU-ISENBURG (mn). Trotz aller Kritik von Datenschützern sorgt das Soziale Netzwerk Facebook bei Ärzten und Patienten zurzeit für Furore. Patientenseiten von Ärzten scheinen einen Nerv getroffen zu haben.

Patientenseite auf Facebook trifft Nerv der Ärzte

Immer mehr Patienten suchen auch in sozialen Netzwerken wie Facebook nach Informationen über Arztpraxen.

© FotolEdhar/fotolia.de

Nach dem Erscheinen des Artikels "Als Hausarzt auf Facebook unterwegs" in der "Ärzte Zeitung" hatte Landarzt Hans Joachim Schirner über 5000 Seitenaufrufe seiner Facebookseite. Zudem hat der Arzt aus dem bayerischen Langenfeld 800 E-Mails zugesandt bekommen, unter anderem von Kollegen, die Interesse an einer solchen Seite zeigten. Mittlerweile hat er pro Woche etwa 400 Klicks auf seiner Patientenseite. Die Resonanz sei durchweg positiv, berichtet der Hausarzt.

Trotz immer wieder neuer Berichte zur Datenschutzproblematik scheint Facebook für Ärzte und Patienten ein interessantes Medium zu sein. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom sind 76 Prozent der Internutzer in Deutschland mindestens in einem Sozialen Netzwerk angemeldet. Das dabei am meisten genutzte sei Facebook. Die Mehrheit der Ärzte sei aber grundsätzlich noch vorsichtig und zurückhaltend im Umgang mit Facebook. Schirner ist der Meinung, dass das mit dem jahrzehntelangen Werbeverbot für Ärzte zusammenhängt. Ärzte hätten keine Erfahrung, wie sie mit Veröffentlichungen im Internet umgehen sollen. Zudem gebe es auch noch keine Regeln für Ärzte zum Umgang mit Facebook. Für Ärzte, die auf Facebook aktiv sind, heißt das, erst einmal Erfahrungen sammeln und sich intensiv mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen, damit keine Patientendaten gefährdet werden und ausversehen im Netz landen, aber auch damit der Arzt sich in einem rechtssicheren Bereich bewegt.

Lesen Sie dazu auch:
"Gefällt mir": Arzt auf Facebook kommt gut an

Lesen Sie dazu auch den Standpunkt:
Zeit zum Umdenken

Topics
Schlagworte
Praxisführung (14717)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »