Ärzte Zeitung, 17.11.2011

Selektivverträge: BKKen beteiligen sich an gevko-Schnittstelle

NEU-ISENBURG (reh). An der geplanten Standard-IT-Schnittstelle für Selektivverträge, die der AOK Bundesverband und die KV-Telematik-Arbeitsgemeinschaft gemeinsam auf den Weg bringen wollen, beteiligen sich nun auch die Betriebskrankenkassen.

Das BKK-System und die AOK hätten dazu eine entsprechende Zusammenarbeit vereinbart, heißt es in einer Pressemitteilung des Geschäftsbereich "Gesundheit/Versorgung/Kommunikation" (gevko) der AOK Systems GmbH.

Die gevko - unter deren Namen die Schnittstelle auch weitläufig bekannt ist - ist, wie berichtet, auf Seiten der AOK an der Entwicklung der Schnittstelle beteiligt.

Da neben zehn AOKs und den BKKen auch bereits die Ersatzkassen an der IT-Initiative beteiligt seien, repräsentierten die Projektpartner jetzt einen Großteil aller gesetzlich Krankenversicherten, heißt es weiter.

IT-Unterstützung nicht zur wichtigsten Frage machen

Dabei solle die Zusammenarbeit im IT-Bereich - vor allem auch die Zusammenarbeit mit den KVen über die Telematikarbeitsgemeinschaft der KVen - solle den Einzelverträgen Schub verleihen.

Denn, so die gevko, bis auf einige erfolgreiche Ausnahmen leide die operative Umsetzung von Selektivverträgen an einer unzureichenden IT-Unterstützung.

 "Selektivverträge sollen die medizinische Versorgung der Menschen verbessern. Die Frage der operativen Umsetzung oder IT-Unterstützung darf deshalb nicht das Kernthema sein oder gar Verträge verhindern", begründet Dr. Florian Hartge, Fachkoordinator Telematik beim BKK-Bundesverband den Einstieg der Betriebskrankenkassen.

Kritik von Medi

Die Kooperation im IT-Bereich mache teure Paralellentwicklungen obsolet und gebe den Beteiligten maximale Investitionssicherheit.

Indes kommt weiterhin Kritik von Ärzteverbänden: So teilt die Delegiertenversammlung des Medi-Verbunds Baden-Württemberg mit, dass sie die Zusammenarbeit zwischen der KV-Telematik-Arge und dem AOK Bundesverband zur gemeinsamen Weiterentwicklung der gevko-Schnittstelle ablehne.

Die geplante Kooperation soll nach Meinung von Medi Baden-Württemberg eine verpflichtende Infrastruktur für die Abrechnung von Selektivverträgen aufbauen (wir berichteten), weil vorgesehen ist, dass bei der Kommunikation der Vertragspartner von Selektivverträgen möglichst KV-Standards wie KV-SafeNet genutzt werden sollen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »