Ärzte Zeitung, 18.02.2016

Umfrage zeigt:

Gute Stimmung im Praxisteam macht Patienten glücklich

Aufmerksames Zuhören, Sensibilität - und der Umgang im Praxisteam: Patienten machen weiche Faktoren in der Praxis glücklich. Das zeigt eine aktuelle Befragung im Internet.

MÜNCHEN. Für die Zufriedenheit beim Arzt spielt für viele Patienten nicht nur Fachkompetenz eine wichtige Rolle. Sieben von zehn Patienten sagen, dass weiche, zwischenmenschliche Faktoren dafür wesentlich sind. Das ist Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Arztbewertungsportals jameda.

An der nicht-repräsentativen Befragung im Internet nahmen nach Angaben des Initiators insgesamt 1391 Menschen teil.

Arzt soll aufmerksam zuhören

Von den Teilnehmern, die als größten Wunsch an ihren Arzt zwischenmenschliche Gesichtspunkte wählten, legten die meisten (41 Prozent) Wert darauf, dass ihnen der Arzt aufmerksam zuhört.

An zweiter Stelle stand für die Befragten (17 Prozent), dass Ärzte sich ausreichend Zeit für sie nehmen.

13 Prozent werteten das Einfühlungsvermögen und die Sensibilität des Arztes als wichtigste Eigenschaft, abgesehen von der fachlichen Kompetenz in der Medizin.

In der Umfrage hatten die Teilnehmer auch die Möglichkeit, ihre Wünsche in einem Kommentarfeld zu konkretisieren. Einem Befragten sei es etwa wichtig, dass sein Arzt ihn "ernst nimmt mit Problemen und sie nicht einfach abtut". Ein anderer schrieb: "Außerdem muss ich mit meinem Arzt alle Probleme besprechen können und ebenso nach Lösungen suchen."

Kurze Wartezeiten

Spannend ist, dass die Umfrage-Teilnehmer nicht nur das Verhältnis zwischen ihnen selbst und dem Arzt als wichtig für ihre Zufriedenheit beim Besuch in der Praxis werten, sondern auch das Verhältnis zwischen dem Arzt und seinem Team.

Für vier von fünf Patienten ist der jameda-Umfrage zufolge ein freundlicher Umgang zwischen Arzt und Mitarbeitern entscheidend.

Das deutet auf den Wert eines guten Verhältnisses unter den Mitarbeitern als Erfolgsfaktor für das Unternehmen Arztpraxis. 77 Prozent der Befragten hätten zudem großen Wert auf kurze Wartezeiten gelegt, da diese für eine gut organisierte Praxis sprächen. Besonders ältere Patienten waren diese Umstände beim Arzt wichtig.

Für 87 Prozent der über 60-Jährigen seien die Wartezeiten ein Wohlfühlfaktor, bei den 40- bis 59 Jährigen stimmten dem 81 Prozent zu, unter den 20- bis 39-Jährigen waren es dann aber nur noch 63 Prozent.

Ein ähnliches Verhältnis zeigt sich bei der Bewertung des freundlichen Umgangs innerhalb des Praxisteams: 86 Prozent der über 60-jährigen Umfrageteilnehmer und 85 Prozent der 40- bis 59-Jährigen ist dieser weiche Faktor wichtig.

Bei den 20- bis 39-Jährigen sehen das 65 Prozent genauso. (mh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »