Ärzte Zeitung, 17.05.2016

Nordrhein-Westfalen

Apotheker bekommen eigenes CIRS

Das anonyme Fehlermeldesystem CIRS ist in der Ärzteschaft schon länger etabliert. In NRW sollen nun auch Apotheker das System nutzen.

KÖLN. In Nordrhein-Westfalen erhalten die Apotheker die Möglichkeit, Medikationsfehler und Beinahe-Fehler anonym zu melden und so die Arzneimitteltherapie-Sicherheit zu verbessern. Die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe haben mit "CIRS-Pharmazie" ein gemeinsames internetgestütztes Fehlerberichts- und Lernsystem auf den Weg gebracht.

CIRS (für Critical Incident Reporting-System) ist in der Ärzteschaft bereits ein länger etabliertes Instrument zur Erhöhung der Patientensicherheit. Bei den Apothekern betreten die nordrhein-westfälischen Kammern mit ihrer Initiative Neuland.

"Beinahe-Medikationsfehler schädigen den Patienten wegen der noch rechtzeitigen Entdeckung nicht, können jedoch zur Entwicklung von Lösungsansätzen beitragen", sagt die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe Gabriele Regina Overwiening.

Gemeinsam mit ihrem nordrheinischen Pendant Lutz Engelen will sie bei den Apothekern das Bewusstsein für den Umgang mit Fehlern und Beinahe-Fehlern schärfen. Motto des Angebots: Man muss nicht alle Fehler erst selbst gemacht haben, um aus ihnen lernen zu können.

Unter www.cirs-pharmazie.de können die Apotheker eine Vielzahl von Medikationsfehlern dokumentieren. Die Kammern nennen als Beispiele Fehler bei der Abgabe von Arzneimitteln, bei der Medikationsanalyse, der Rezeptur oder bei ärztlichen Verordnungen. Auch administrative Mängel, Fehler im Tagesablauf, bei der Kommunikation oder aufseiten der Patienten können dort festgehalten werden.

Die Apotheker sowie ihre Mitarbeiter können alles melden, was ihnen auffällt, betonten die Initiatoren. Ihre Berichte werden nach Angaben der Kammern anonymisiert, analysiert, kommentiert und veröffentlicht.

Natürlich steht das Internet-Angebot auch Nutzern aus anderen Bundesländern offen.Die Apotheker werden jetzt über das neue Angebot informiert. Die Kammern hoffen auf eine rege Beteiligung. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »