Ärzte Zeitung, 01.07.2008

Aktionsbündnis startet Hilfsmittel-Kampagne

Neuordnung der Versorgung in der Kritik

BERLIN (ami). Der Widerstand gegen die Neuordnung der Hilfsmittelversorgung im GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz wächst. Nun hat sich ein Bündnis von Selbsthilfegruppen, Hilfsmittelherstellern und -versorgern gegen die Neuregelung gegründet.

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Prüfung von Windeln bei der Paul Hartmann AG. Die Hilfsmittelversorgung wird stark umgestellt.

Foto: dpa

"Die meisten Betroffenen wissen noch gar nicht, was im nächsten Jahr auf sie zukommt", so Martin Danner von der BAG Selbsthilfe. Bislang sind zur Hilfsmittelversorgung für GKV-Patienten alle zugelassenen Unternehmen berechtigt. Seit Beginn des Jahres müssen Krankenkassen die Hilfsmittelversorgung jedoch ausschreiben und vertraglich regeln. Bis zum Jahresende gilt noch eine Übergangsfrist.

Mehr als 20 Krankenkassen haben nach Angaben des Bündnisses mit Ausschreibungen begonnen. Infolgedessen würden schon jetzt für mehrere zehntausend GKV-Patienten Einschränkungen gelten. Zudem seien die Leistungsbeschreibungen vieler Ausschreibungen unklar, und im Hilfsmittelverzeichnis fehlten verbindliche Standards.

"Anbieter, die Dumpingpreise auf Kosten der Qualität anbieten, werden so begünstigt", kritisiert das Bündnis. "Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass bei einer Versorgung durch den preisgünstigsten Anbieter die Bedürfnisse von Patienten mit hohem Versorgungsaufwand nicht hinreichend berücksichtigt werden", so Danner. Erfahrungen liegen

Das Aktionsbündnis "meine Wahl!" will sich nun mit einer bundesweiten Informations- und Mobilisierungskampagne für den Erhalt der Wahlfreiheit bei medizinischen Hilfsmitteln einsetzen. Bei seiner Gründung im Juni gehörten ihm 26 Unternehmen und Organisationen an.

Weitere Infos im Internet: www.buendnis-meine-wahl.de

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