Ärzte Zeitung, 17.12.2008

Versicherungen schützen vor bösen Au-pair-Überraschungen

Von einer Schwangerschaft bis hin zur Abschiebung kann alles passieren, wenn Arztfamilien Au-pairs aufnehmen. Mit den entsprechenden Versicherungen lässt sich das finanzielle Risiko jedoch abfedern.

Von Anja Krüger

Versicherungen schützen vor bösen Au-pair-Überraschungen

Nicht immer läuft bei Au-pairs alles nach Plan.

Foto: Jamie Wilson©www.fotolia.de

Für Ärzte ist ein Au-pair-Gast ideal, um eine flexible Kinderbetreuung zu organisieren und dem Nachwuchs eine andere Kultur und Sprache nahezubringen. Damit dem Aufenthalt des Gastes kein finanzielles Fiasko folgt, sollten Arztfamilien unbedingt eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für das Au-pair abschließen. Einen Basis-Schutz für alle drei Sparten zusammen gibt es bereits ab 35 Euro im Monat.

Wer ein Au-pair-Mädchen oder einen -Jungen aufnehmen will, darf den Gast selbst anwerben. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt Interessenten jedoch, auf professionelle Vermittler zurückzugreifen, an die sie sich bei Problemen wenden können. Die Vermittler verlangen in der Regel, dass die Gasteltern eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung abschließen. Kommt der Gast aus einem visumpflichtigen Land, wollen auch die Behörden einen Versicherungsnachweis sehen. Bei den meisten Au-pair-Versicherern können Gasteltern zwischen Basispaketen und Policen mit Zusatzleistungen wie Zahlung für Zahnersatz oder bei Schlüsselverlust wählen. Die Differenz liegt häufig nur bei wenigen Euro.

Immer mehr interessierte Familien verzichten allerdings auf einen professionellen Vermittler und suchen selbst im Internet oder auf anderen Wegen nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten. Gerade sie sollten bei der Auswahl der Police einiges beachten. Denn die Verlängerung eines Visums ist zum Beispiel schnell versäumt. "Der Versicherer sollte unabhängig vom Aufenthaltsstatus des Au-pairs zahlen", sagt Reinhard Bellinghaus, Geschäftsführer der Dr. Walter GmbH, die für die AMB-Generali Töchter Central Kranken und Generali kombinierte Versicherungspakte verkauft.

Professionelle Vermittler verlangen den Versicherungsnachweis für Au-pairs.

Die Policen abzuschließen ist für Gasteltern unproblematisch, Gesundheitsprüfungen etwa finden nicht statt. Der Kauf ist auch online möglich. "Ganz wichtig ist, dass die Krankenversicherung keinen Selbstbehalt vorsieht", sagt Markus Mantwill vom Versicherungsvermittler Mawista Nord, der Au-pair-Policen für den Versicherer Würzburger vertreibt. Hat der erwartete Gast chronische Erkrankungen, sollten die Gasteltern im Vorfeld mit dem Versicherer klären, wie er sich im konkreten Fall verhalten würde und sich das schriftlich geben lassen.

Der Anbieter Hanse Merkur zahlt wie viele Au-pair-Versicherer nicht für Behandlungen infolge von Erkrankungen, die in den letzten sechs Monaten vor Reisebeginn aufgetreten sind. Auch wenn das Au-Pair-Mädchen schwanger ankommt, verweigern die Versicherer in der Regel die Kostenübernahme für die medizinische Versorgung. Anders ist das, wenn das Au-pair-Mädchen während seines Aufenthalts schwanger wird. Bei jedem dritten bis vierten Schadenfall, der dem Versicherer in diesem Segment gemeldet wird, bekommt ein Au-pair-Mädchen ein Kind, so Birgit Colditz vom Bereich Reiseversicherung der Hanse Merkur.

Mit den Policen können sich Arztfamilien auch für den Fall schützen, dass der Gast zu sehr über die Stränge schlägt. Versicherer übernehmen die Kosten für eine Abschiebung. "Die Versicherung leistet, wenn sich das Au-pair etwas zu schulden kommen lässt und des Landes verwiesen wird", sagt Colditz. Das kann etwa passieren, wenn der Gast straffällig oder auffällig wird, weil er in der Öffentlichkeit zu viel Alkohol trinkt.

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