Ärzte Zeitung, 05.02.2010

Falsche Dosis: Verletzung der Berufspflicht

MÜNSTER (nös). Verabreicht ein Arzt im Notdienst nicht altersgerecht dosierte Arzneien, verletzt er seine Berufspflichten. Das geht aus einem jüngst veröffentlichten Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Nordrhein-Westfalen hervor (Az. 6t A 2159/08).

Falsche Dosis: Verletzung der Berufspflicht

© digitalstock

In dem verhandelten Fall ging es um einen niedergelassenen Internisten, der während eines Notdiensteinsatzes einem 10-jährigen Mädchen Metoclopramid (MCP) und Tramadol verabreichte. Da sich der Zustand des Mädchens anschließend verschlechterte, brachten die Eltern es in eine Klinik, wo es wegen des Verdachts auf extrapyramidale Nebenwirkungen behandelt wurde.

In der Verhandlung, die auf eine Beschwerde der Eltern zurückging wiesen zwei Gutachter auf die Kontraindikation von MCP bis zum 14. Lebensjahr hin. Dem schloss sich das Gericht an und belegte den Arzt mit einer Geldbuße von 5500 Euro. Zur Begründung hieß es: "Der Beschuldigte hat … nicht die Regeln der ärztlichen Kunst eingehalten," denn es stehe fest, "dass der Beschuldigte eine dreifach überhöhte Dosis an Paspertin verabreicht" habe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »