Samstag, 11. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 11.02.2010

Offenbar großes Datenleck bei BKK Gesundheit

FRANKFURT/BERLIN (dpa). Bei der BKK Gesundheit hat es nach einem Bericht des ARD-Magazins "Kontraste" ein Sicherheitsleck gegeben. Die Kasse ist mit 1,5 Millionen Versicherten die größte deutsche Betriebskrankenkasse.

Möglicherweise seien hochsensible medizinische Daten in die Hände von Unbefugten gelangt, berichtet "Kontraste" am Donnerstagabend in der ARD. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sei dem Magazin zufolge schockiert. Ein Sprecher der Kasse sagte am Donnerstag auf Anfrage, das Unternehmen werde erpresst.

Nach Recherchen des TV-Magazins hatte die Krankenkasse eine externe Firma mit der Betreuung ihrer Telefonhotline betraut. Diese habe ein Subunternehmen angeheuert, das ungelernte Hilfskräfte beauftragte. Die Hilfskräfte hätten von privaten Computern oder Laptops unter anderem medizinische Diagnosen abrufen und speichern können. Der Datenschutzbeauftragte Schaar sagte dem Magazin, bei der Krankenkasse sei beim Schutz personenbezogener Daten offensichtlich vieles versäumt worden. Ein so leichtfertiger Umgang mit Sozialdaten sei ihm noch nicht untergekommen.

Die BKK Gesundheit hat nach eigenen Angaben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ein unbekannter Mann habe in der vergangenen Woche telefonisch Unterlagen zum Kauf angeboten, sagte der Sprecher der Kasse. Konkrete Angaben zu den Daten seien nicht gemacht worden. Der Mann habe damit gedroht, die Unterlagen zu veröffentlichen. Auf das Angebot sei man jedoch nicht eingegangen, so der Sprecher. Wie viel Geld der Unbekannte fordert, sei nicht bekannt.

Ob tatsächlich Daten in unbefugte Hände gelangt sind, sei derzeit nicht bewiesen. Allerdings habe die Krankenkasse der Firma, die mit der Betreuung der Telefonhotline beauftragt war, den Zugang zu ihrem Rechner am Dienstag entzogen. Das Bundesgesundheitsministerium, der Bundesdatenschutzbeauftragte und das Bundesversicherungsamt seien informiert worden.

Lesen Sie dazu auch:
BKK-Skandal: Leichtfertigkeit machte den Datenklau erst möglich

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