Ärzte Zeitung, 11.03.2010

Apotheke darf nicht mit Zuzahlungsbefreiung werben

COTTBUS/BAD HOMBURG (nös). Versandapotheken dürfen nicht mit der Befreiung von Arzneimittelzuzahlungen werben. Das hat das Landgericht Cottbus im Fall der "EU-Versandapotheke" entschieden. Die Apotheke wirbt auf ihrer Website mit dem Hinweis "100 Prozent Zuzahlung sparen". Dagegen hatte die Wettbewerbszentrale erfolgreich geklagt.

Die Versandapotheke habe den Eindruck erweckt, dass sie selbst die Zuzahlung erlässt, erklärte die Rechtsanwältin Christiane Köber von der Wettbewerbszentrale im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". "Damit verstößt sie aber eindeutig gegen Wettbewerbsrecht", so Köber. Auch unterwandere sie so die Arzneimittelpreisbindung.

Kerstin Thierfelder, die Inhaberin der beklagten Apotheke, sieht das anderes: "Wir weisen doch lediglich auf ein Angebot von Viva Vita und DPI hin", sagte sie der "Ärzte Zeitung". Auf der Website ihrer EU-Versandapotheke heißt es: "Mitglieder von Viva Vita e.V. und der Deutschen Patienten Initiative (DPI) erhalten bei Rezeptbestellungen in den meisten Fällen die volle, mindestens jedoch die halbe Rezeptgebühr." Thierfelder sieht sich im Recht. Sie will nun die Urteilsbegründung abwarten und dann die Revision beantragen.

Bei der Wettbewerbszentrale in Bad Homburg blickt man hingegen gelassen dem 15. April entgegen. Dann will sich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit der Grundsatzfrage beschäftigen, ob Bonussysteme in Apotheken überhaupt zulässig sind.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »