Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 15.03.2010

Länder-Unis dürfen als Stiftungen geführt werden

In Niedersachsen gibt es sie bereits: Öffentliche Hochschulen, die als Stiftung geführt werden - mit dem Segen der Justiz.

LEIPZIG (mwo). Das Niedersächsische Stiftungsmodell für Hochschulen ist nicht verfassungswidrig. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies gleich mehrere Klagen von Mitarbeitern betroffener Universitäten gegen den Übergang ihres Arbeitsverhältnisses auf die jeweilige Stiftung ab. Die obersten Bundesrichter forderten die Stiftungen aber auf, den Einfluss der Hochschullehrer auf Forschung und Lehre zu wahren.

Nach dem im Oktober 2002 in Kraft getretenen niedersächsischen Hochschulgesetz können Universitäten in Form einer Stiftung geführt werden. Mehrere Universitäten stellten entsprechende Anträge und wurden danach jeweils in eine Stiftung überführt. Arbeitgeber der Mitarbeiter ist seitdem die Stiftung, nicht mehr das Land. Dagegen klagten vier Professoren der Universitäten Göttingen und Hildesheim sowie ein Bibliothekar in Lüneburg.

Die Voraussetzungen für den Wechsel ihres Dienstherren lägen nicht vor. Das Land ziehe sich in verfassungswidriger Weise aus seiner bildungspolitischen Verantwortung zurück und der Stiftungsrat, der letztlich die Universität leite, sei nicht demokratisch legitimiert.

Das Bundesverwaltungsgericht wies sämtliche Klagen ab. Zwar seien die Länder durch das Grundgesetz verpflichtet, Hochschulen zu unterhalten; es sei aber zulässig, diese Aufgabe auf Stiftungen zu übertragen, solange das Land "seiner verfassungsrechtlichen Finanzierungs- und Aufsichtspflicht nachkommt". Die Regelungen in Niedersachsen seien auch "einer Auslegung zugänglich, die den verfassungsrechtlich gebotenen maßgebenden Einfluss der Hochschullehrer in den wissenschaftsrelevanten Angelegenheiten sicherstellt".

Bundesverwaltungsgericht Leipzig, Az.: 2 C 15.08 und weitere

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »