Ärzte Zeitung, 27.04.2010

Sprechstundenhilfe fälscht für einen Dritten Atteste

FRANKFURT/MAIN (mn). Eine medizinische Fachangestellte hat ohne das Wissen des Arztes Atteste an einen Dritten ausgestellt. Dafür wurde sie jetzt vom Oberlandesgericht in Frankfurt wegen Fälschung von Gesundheitszeugnissen zu einer Geldstrafe verurteilt.

In dem Fall wollte ein Freund der Sprechstundenhilfe sich Beweismittel in einem Verfahren gegen seine Freundin verschaffen. Diese hatte ihn wegen Körperverletzung angezeigt, worauf hin er seine Freundin wegen Körperverletzung anzeigte. Um Beweise für die Verletzungen zu bekommen, half die Angeklagte ihrem Bekannten, indem sie ihm insgesamt acht Atteste ausstellte. Daraus ging hervor, dass der Bekannte in der Praxis war und angegeben hatte von seiner Freundin verletzt worden zu sein ("Platzwunde an Ober- und Unterlippe").

Die Angeklagte versah die Atteste mit einem Praxisstempel und unterschrieb mit ihrem Namen und dem Zusatz "i. A.". Der Arzt hatte jedoch weder den Patienten gesehen noch gestattet Atteste auszustellen. Wie geplant legte der Anwalt des Bekannten die Atteste als Beweismittel im Verfahren gegen seine Lebensgefährtin vor.

Az.: 2 Ss 325/08

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Recht (11957)
[28.04.2010, 16:38:56]
Ursula Symann 
Ja, was denn nun?
Medizinische Fachangestellte oder Sprechstundenhilfe - das ist hier die Frage. In diesem Artikel wird beides gleichgesetzt und das ist es nicht. Gerade eine so renomierte Ärzte-Zeitung sollte doch den Unterschied kennen.
Eine Sprechstundenhilfe ist eine ungelernte Kraft mit anderer Vorbildung, die in einer Arztpraxis arbeitet. Trotz aller Sparmaßnahmen sind das aber nur sehr wenige.
Eine Arzthelferin oder Medizinische Fachangestellte hat eine 3-jährige Ausbildung absolviert mit einem anspruchsvollen Ausbildungsprogramm. Den Begriff "Arzthelferin" gibt es jetzt seit mehr als 40 Jahren und die Medizinische Fachangestellte seit 2006. Die Inhalte muss ich nicht wiederholen - alle Leser dieser Zeitung gehen täglich damit um. Wir bilden uns ständig weiter - zum Teil auf eigene Kosten. Dennoch ist eines ganz klar: die Betreuung der Patienten wird schlechter bezahlt als ihre Verwaltung in den Krankenkassen. Allein bei den Einstiegsgehältern beträgt der Unterschied ca. 400€.
Trotzdem lieben wir unsere Patienten und tun täglich unser Bestes für Sie. Und gerade deshalb haben wir die korrekte Bezeichnung mehr als verdient.

Ursula Symann
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