Freitag, 25. Mai 2012
Ärzte Zeitung, 07.02.2011

Krankenkassen zieht es immer öfter vor den Kadi

Nordrhein-Westfalens Sozialgerichte verzeichnen für 2010 eine deutliche Zunahme der Streitfälle mit Krankenkassen.

Krankenkassen zieht es immer öfter vor den Kadi

Gesetzestexte beim Sozialgericht: In NRW ist die Zahl der Klagen zur GKV im letzten Jahr angestiegen.

© dpa

KÖLN (iss). Die acht Sozialgerichte in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei den Klagen zur gesetzlichen Krankenversicherung registriert. Die Zahl der Verfahren nahm um 7,4 Prozent auf 7513 zu.

Nach Angaben des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen in Essen (LSG) gab es mehr Auseinandersetzungen zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern über Klinikabrechnungen.

Beschäftigt haben die Gerichte verstärkt die Forderungsausfälle der Kassen durch die ehemaligen Nichtversicherten, die nach der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ihre Beiträge schuldig blieben.

Auch Schönheitsoperationen und andere medizinisch nicht indizierte Eingriffe seien immer wieder ein Streitpunkt zwischen Kassen und Versicherten, sagt LSG-Sprecher Dr. Matthias Röhl.

Im Jahr 2010 verzeichneten die Sozialgerichte insgesamt 91.160 Klagen und Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz.

Das war eine Steigerung von 4,6 Prozent. Die meisten Verfahren gab es in den Sachgebieten Grundsicherung für Arbeit mit 29.197 und Schwerbehindertenrecht mit 18.316. Vertragsarzt- und Vertragszahnarztangelegenheiten machten mit 1025 nur einen kleinen Anteil der Verfahren aus.

Hier gab es bei den Gerichten einen Rückgang um 13,4 Prozent. In der zweiten Instanz vor dem LSG stieg die Zahl dieser Verfahren allerdings deutlich um 26 auf 131. Einen Schwerpunkt der Auseinandersetzungen kann das LSG dabei nicht erkennen.

Auch beim LSG machte die Grundsicherung für Arbeit mit 2185 der 7125 Verfahren das Hauptarbeitsgebiet aus, gefolgt von der Rentenversicherung (1288) und der Unfallversicherung (833).

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

"Ärzte Zeitung" und AOK suchen einen Landarzt

"Landarzt gesucht" - unter diesem Motto suchen die "Ärzte Zeitung" und der AOK-Bundes­verband für die Gemeinde Woldegk in Mecklenburg einen neuen Hausarzt. Im Interview sprechen der AOK-Chef und der Chef von Springer Medizin über die Hintergründe. mehr »

Ärztetag beschließt: E-Card ist gescheitert

Was ein schöner Ärztetag: Da können schon mal Dinge fern ab der Realität beschlossen werden. So ist es am Freitag der E-Card ergangen. "Sie ist gescheitert", wurde kurzerhand entschieden. mehr »

Ein Jahr nach EHEC: "Viele Ärzte haben gar nicht gemeldet"

Viel wurden die Behörden während der EHEC-Epidemie gescholten. Doch auch an der Basis, bei den Ärzten, lief nicht alles rund. Im Interview zieht der Chef-Epidemiologe vom Robert Koch-Institut, Professor Gérard Krause, Lehren und spricht über selbst ernannte Experten. mehr »