Ärzte Zeitung, 08.12.2011

Vier Jahre Knast für BtM-Betrug

Weil er im großen Stil Krankenkassen mit BtM-Rezepten betrogen hat, ist ein Arzt aus dem Westerwald verurteilt wurden. Er muss vier Jahre hinter Gittern. Hinzukommen könnte der Verlust seiner Approbation.

Betäubungsmittel nach USA verkauft: Arzt muss in Haft

BtM-Rezept: Im Westerwald hat ein Arzt damit Krankenkassen betrogen.

© Klaus Rose

KOBLENZ (ava). Allein und gemeinsam mit Patienten hat ein Westerwälder Schmerztherapeut in großem Stil Krankenkassen betrogen. Unter anderem stellte er Rezepte über Betäubungsmittel wie Oxycodon (Oxygesic®) aus.

Die Patienten lösten das Rezept in Apotheken ein. Anschließend schickte er in einigen Fällen die Medikamente in die USA, wo eine Gehilfin sie für ihn verkaufte. Das Geld teilten sie.

Jetzt wurde er vom Koblenzer Landgericht wegen unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, Untreue, Betrug und Urkundenfälschung zu vier Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Insgesamt wurden dem Arzt 133 Einzelstraftaten vorgeworfen. Den Schaden bei gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen bezifferte eine Sprecherin des Koblenzer Landgerichts mit rund 50.000 Euro.

Der Arzt hat die Straftaten gestanden. Ihm droht jetzt der Entzug der Approbation. Der Arzt, der zuletzt eine Praxis im Westerwaldkreis betrieb, ist vorerst noch auf freiem Fuß.

Wann er seine Haft antreten muss, ist jedoch noch unklar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Az.: 2050 JS/77799/08

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »