Ärzte Zeitung, 25.04.2012

Kinderporno kostet Professor den Job

GÖTTINGEN (pid). Ein wegen des Besitzes von Kinderpornographie verurteilter Professor der Göttinger Universitätsmedizin wird endgültig aus dem Beamtenverhältnis entfernt.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Göttingen bestätigt. Die Universität Göttingen hatte im Herbst 2006 ein Disziplinarverfahren gegen den Professor eingeleitet.

Der Professor habe sich eines schweren Dienstvergehens schuldig gemacht und als Konsument kinderpornografischer Darstellungen dazu beigetragen, dass Kinder sexuell missbraucht würden, so das OVG Lüneburg.

Eine Weiterbeschäftigung würde in der Allgemeinheit auf absolutes Unverständnis stoßen.

Das Landeskriminalamt Berlin hatte damals ermittelt, dass von dem Dienstcomputer des Professors Dateien mit Kinderpornos aufgerufen und heruntergeladen worden waren.

Bei einer Durchsuchung im Klinikum wurden auf seinem Dienstrechner 58 Bild- und 68 Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt festgestellt. Gegen den Professor wurde eine Geldstrafe von 9000 Euro verhängt.

Als erschwerend werteten es nun die OVG-Richter, dass der Professor nach der Beschlagnahmung seines Dienstcomputers weitergemacht und auf seinem privaten Computer kinderpornographische Inhalte angesehen hatte, bis auch dieser beschlagnahmt wurde.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »