Ärzte Zeitung online, 04.12.2013

Skandalarzt

Staatsanwältin fordert sechs Jahre Haft

Im Strafprozess gegen einen niederländischen Neurologen hat die Staatsanwältin jetzt plädiert. Der Arzt hatte bis Anfang dieses Jahres noch in Deutschland gearbeitet.

ALMELO. Im Prozess gegen den niederländischen Skandalarzt hat die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft gefordert.

Der 68 Jahre alte Neurologe habe bei Dutzenden Patienten absichtlich Fehldiagnosen wie Alzheimer und Multiple Sklerose gestellt, sagte Staatsanwältin Marjolein van Eykelen am Dienstag vor dem Strafgericht in Almelo.

"Er hat Patienten als Versuchskaninchen missbraucht und unsäglich viel Leid verursacht."

Jansen, der bis Januar 2013 auch in deutschen Kliniken gearbeitet hatte, unter anderem in Heilbronn, wies die Vorwürfe zurück. In Deutschland hatte es einen Skandal gegeben, weil der im Nachbarland bereits rechtlich verfolgte Arzt unentdeckt arbeiten konnte.

In diesem bisher größten medizinischen Strafprozess der Niederlande werden die Fälle von neun Patienten behandelt. Dem Arzt werden auch Diebstahl, Veruntreuung und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Das Urteil soll im Februar verkündet werden. (dpa)

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