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Kardiologie

Verfahren gegen Stammzell-Pionier

Die Uni Düsseldorf hat ein Disziplinarverfahren gegen einen Kardiologen eingeleitet. Der renommierte Arzt hatte mit adulten Stammzellen bei Infarktpatienten weltweit Aufsehen erregt - und Zweifel geweckt.

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Wehrt sich gegen Vorwürfe: Professor Strauer 2007 an der Düsseldorfer Uniklinik für Kardiologie.

Wehrt sich gegen Vorwürfe: Professor Strauer 2007 an der Düsseldorfer Uniklinik für Kardiologie.

© Federico Gambarini / dpa

DÜSSELDORF. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat ein Disziplinarverfahren gegen den Kardiologen Professor Bodo-Eckehard Strauer eingeleitet. Strauer hatte als Pionier mit der intrakoronaren Transplantation autologer Stammzellen bei Patienten mit KHK, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz weltweit Aufsehen erregt.

Zwei Kommissionen hätten die Forschungsarbeit des inzwischen emeritierten Spezialisten und ehemaligen Direktors der Uniklinik für Kardiologie unter die Lupe genommen. Als Resultat sei das Verfahren eingeleitet worden, teilte eine Sprecherin der Universität am Montag mit, ohne Ergebnisse zu nennen. Strauer hatte Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens zurückgewiesen.

Bereits im März vergangenen Jahres hatte das Uniklinikum auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Behörde hatte die Unterlagen geprüft, aber mangels Anfangsverdacht kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die nun nachgereichten Unterlagen werde man aber ebenfalls noch prüfen, sagte Staatsanwalt Uwe Kessel der Nachrichtenagentur dpa.

Bis 2009 war Strauer mehr als 20 Jahre Direktor der Abteilung für Kardiologie an der Uniklinik, zuletzt als stellvertretender ärztlicher Direktor. Strauers Therapie hatte weltweit große Hoffnungen geweckt.

2001 hatte er weltweit zum ersten Mal einem Patienten mit akutem Herzinfarkt ein Gemisch aus hämatopoetischen und mesenchymalen Stammzellen sowie Angioblasten aus dem Knochenmark per Katheter infundierten. Durch die Therapie konnte er die Infarktgröße reduzieren. Doch 2009 beendete die Uniklinik nach dem Wechsel der Klinikleitung das Programm der koronaren Stammzell-Transplantation.

Zudem äußerten andere Kardiologen Zweifel am Vorgehen. Die Arbeiten Strauers enthielten Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten, monierten manche Fachkreise. Strauer wehrte sich gegen Vorwürfe, wissenschaftlich nicht einwandfrei gearbeitet zu haben. "Das ist alles absurd", teilte er im Dezember 2012 mit.

Die Uniklinik erklärte in demselben Jahr, dass "Anhaltspunkte auf ein mögliches wissenschaftliches Fehlverhalten" vorlägen. Die Universität habe eine "interne Untersuchung" dazu eingeleitet und auch externe Experten hinzugezogen.

Die Uni habe nicht gesagt, "was sie eigentlich untersucht", kritisierte Strauers Anwalt damals. 537 Krankenakten von Patienten seien gesichtet worden, hieß es am Montag vonseiten der Klinik. (dpa)

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