Ärzte Zeitung App, 11.12.2014

Versandapotheke

OLG untersagt Werbung für Bachblüten

KÖLN. Die gesundheitsbezogene Werbung für "Bach-Blütenprodukte" ist verboten, wenn die Aussagen nicht durch EU-konforme Angaben gedeckt sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm (OLG) in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil entschieden.

Ein Versandapotheker hatte die als Lebensmittel geltenden "Bach-Blütenprodukte" damit beworben, dass sie gerne in emotional aufregenden Situationen verwendet würden, etwa vor einer Flugreise oder einem Zahnarzttermin.

Dagegen hatte ein Wettbewerbsverband auf Unterlassung geklagt. Der bekam sowohl vor dem Landgericht als auch in zweiter Instanz Recht.

Die Werbung verstoße gegen die EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel ("Health-Claims-Verordnung"), befand das OLG.

Danach sind unspezifische gesundheitsbezogene Aussagen nur zulässig, wenn ihnen spezielle, entsprechend dem EU-Gemeinschaftsregister genehmigte gesundheitsbezogene Angaben beigefügt werden.

Das sei bei der kritisierten Werbung nicht der Fall. Ziel der Verordnung sei es, gesundheitsbezogene Werbeaussagen für Lebensmittel nur zuzulassen, wenn sie wissenschaftlich abgesichert sind. Das Gericht hat die Revision zugelassen. (iss)

Az. 4 U 138/13

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »