Ärzte Zeitung, 05.08.2015

Arbeitsrecht

Alkoholkranke nicht einfach kündbar

MAINZ. Ein stabiles Arbeitsumfeld hat für Alkoholkranke ein besonders hohes Gewicht. Daher berechtigen auch wiederholte unentschuldigte Fehltage den Arbeitgeber nicht immer zur Kündigung, wie jetzt das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz entschied (Az.: 7 Sa 641/14).

Im konkreten Fall muss der Arbeitgeber einem Staplerfahrer die Chance für eine Alkoholtherapie geben. Nach 23 unbeanstandeten Arbeitsjahren war er 2013 mehrfach unentschuldigt nicht zur Arbeit gekommen und abgemahnt worden. Nach einem weiteren Fehltag im Mai 2014 wurde er entlassen.

Mit seiner Klage trug er vor, er sei alkoholkrank. Bereits vor acht Jahren habe er während seines privaten Urlaubs eine Therapie gemacht. Als seine Mutter und seine Schwester gestorben seien, sei es 2013 zu einem Rückfall gekommen. Das LAG Mainz hob die Kündigung nun auf.

Zur Begründung verwies es auf die lange Betriebszugehörigkeit und die Krankheit. Alkoholkranke bräuchten "in besonderem Maß ein möglichst intaktes soziales Umfeld", um eine Chance zu haben, "sich von der Sucht zu befreien". Gerade nach dem Tod naher Angehöriger sei die Arbeit "eine wichtige Konstante". (mwo)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »