Ärzte Zeitung, 20.01.2016

Berufskrankheit

Keine Rückwirkung bei Beamten

LEIPZIG. Anders als in der gesetzlichen Unfallversicherung können Berufskrankheiten für Beamte nicht rückwirkend anerkannt werden.

Die Krankheit muss schon im Zeitpunkt der Erkrankung in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen worden sein, wie jetzt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied.

Der Kläger war beamteter Mitarbeiter in einer Justizvollzugsanstalt und ist heute im Ruhestand. In den 1990er Jahren hatte er Gefangene in einem Werksbetrieb bei der Herstellung von Bürosesseln beaufsichtigt. Dabei wurden lösungsmittelhaltige Klebstoffe verwendet. Der Justizbeamte erkrankte an Polyneuropathie.

Die Behörden des Saarlandes erkannten die Erkrankung nicht als Berufskrankheit an - zu Recht, wie nun das Bundesverwaltungsgericht entschied. Die Erkrankung sei "spätestens im November 1997" festgestellt worden.

Für Arbeitnehmer, die organischen Lösungsmitteln ausgesetzt sind, sei die Krankheit erst zum 1. Dezember 1997 in die Liste der Berufskrankheiten der Berufskrankheitenverordnung aufgenommen worden.

Die Benachteiligung gegenüber Angestellten sei wegen der lebenslangen Versorgungsansprüche Beamter gerechtfertigt. (mwo)

Az.: 2 C 46.13

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Ein Mini-Kraftwerk für Herzschrittmacher

Schweizer Forscher wollen einen winzigen Teil der Pumpenenergie des Herzens für einen neuartigen Herzschrittmacher nutzen. Das Mini-Kraftwerk mit Turbine hat sich bereits bewährt. mehr »

Hausarzt als mutmaßlicher Dealer vor Gericht

Ein Allgemeinmediziner muss sich vor Gericht verantworten: Er soll in über 960 Fällen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen - und die KV um Millionen Euro geschädigt haben. mehr »

Neue Hautkrankheiten entdeckt

Immer noch werden neue Hautkrankheiten entdeckt: Das Spektrum reicht von Protrusionen bei Neugeborenen bis zu einer Form der Fleischallergie, die offenbar mit Zeckenstichen zusammenhängt. mehr »