Ärzte Zeitung, 14.04.2016

Fall Niels H.

Neue mögliche Mordopfer entdeckt?

DELMENHORST/OLDENBURG. Die Zahl der weiteren möglichen Mordopfer des verurteilten Ex-Pflegers Niels H. ist jetzt auf 24 gestiegen.

Nach der Exhumierung von drei toten Patienten konnten die Ermittler Rückstände eines Herzmedikaments nachweisen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Mittwoch sagte.

Das Mittel hatte der Krankenpfleger Niels H. Schwerkranken auf der Intensivstation des Klinikums in Delmenhorst gespritzt und dadurch zum Teil tödliche Komplikationen ausgelöst.

Wegen fünf Taten sitzt der Ex-Pfleger bereits lebenslang in Haft. Vor Gericht hatte er aber gestanden, für den Tod von bis zu 30 Menschen verantwortlich zu sein.Mehr als 80 Gräber von ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst hat die Polizei bisher auf Friedhöfen in Niedersachsen geöffnet.

Bei 77 liegen die Ergebnisse vor, in sieben Fällen stehen sie noch aus. Bis Ende Mai will die Polizei die Exhumierung der möglichen Opfer am Klinikum Delmenhorst beenden.

Mitte Juni könnten dann alle Ergebnisse feststehen. Danach wollen die Ermittler die Öffentlichkeit detailliert über die Erkenntnisse informieren. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »