Ärzte Zeitung online, 06.04.2017

Cannabis

Für Patienten gilt kein Fahrverbot

BERLIN. Cannabispatienten dürfen laut der Bundesregierung durchaus am Straßenverkehr teilnehmen. Allerdings nur, sofern sie aufgrund der Medikation nicht in ihrer Fahrtüchtigkeit eingeschränkt seien.

Patienten drohten keine Sanktionen gemäß dem Straßenverkehrsgesetz, "wenn Cannabis aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt", heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion. Das entspricht auch dem erst kürzlich vom Bundesgerichtshof gefällten Urteil (Az.: 4 StR 422/15) nach dem Cannabis-Konsumenten, bevor sie sich hinters Steuer setzen, sicher gehen müssen, dass ihr Blut keine erhöhte Konzentration des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) mehr enthält.

Die Patienten seien anders als Drogenkonsumenten aber auch sehr zuverlässig und verhielten sich regelkonform, so die Bundesregierung. Sie empfiehlt – auch wenn es gesetzlich nicht gefordert ist – Cannabispatienten beim Führen eines Fahrzeugs dennoch eine Ausfertigung des Betäubungsmittelrezeptes oder eine Bescheinigung des Arztes mitzunehmen.(reh)

[06.04.2017, 11:36:26]
Detlef Bunk 
Abwarten
Die weitere Rechtsprechung und -praxis bei von Cannabis-Patienten verursachten tödlichen Verkehrsunfällen wird es zeigen.

Dr. phil. Detlef Bunk, Dipl. Psych.
Psychotherapeut, Essen
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jo-Jo-Effekt ist riskant fürs Herz

Gewichtsschwankungen sind vermutlich schädlich fürs Herz. Darauf deuten die Ergebnisse einer großen Studie mit KHK-Patienten hin. mehr »

Cannabis als Lifestyle-Produkt?

Ein neues Magazin widmet sich gezielt einem Trend-Thema: Cannabis. Mitte Mai soll es in den Handel kommen. Präsentiert werden auch Rezepte, etwa für Smoothies. mehr »

Haus- oder fachärztlicher Patient? Diese Diskussion ist toxisch!

Der neue KBV-Vorstand will den Konflikt zwischen Haus- und Fachärzten überwinden. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" wird klar, welche Forderungen die Vertragsärzte an die Politik haben. mehr »