Ärzte Zeitung, 24.03.2016

AWB

Transparency klagt gegen BfArM

Transparency International will Zugang zu Daten im Zusammenhang mit Anwendungsbeobach- tungen erlangen.

BERLIN/BONN. Die Antikorruptionsbewegung Transparency International Deutschland will sichergestellt wissen, "dass Arzneimittelverschreibungen und die Meldungen von Nebenwirkungen nicht durch Zahlungen der Pharmaindustrie manipuliert werden können."

Darum hat die Organisation nun nach eigenen Angaben Klage gegen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingereicht. Ziel ist es nach eigener Darstellung, vom BfArM auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes gewünschte Informationen über Anwendungsbeobachtungen (AWB) zu bekommen.

Denn Transparency zweifelt am Erkenntnisgewinn der AWB für die Arzneimittelsicherheit. "Statt einer verlässlichen Registrierung und einer erforderlichen wissenschaftlichen Aufarbeitung der AWB werden die Meldungen nur abgelegt.

Wir stellen deshalb fest, dass AWB nicht geeignet sind, Erkenntnisse über unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu gewinnen", moniert Dr. Angela Spelsberg, Leiterin der Arbeitsgruppe Gesundheitswesen.

Ziel der Klageerhebung sei es, "einen Beitrag dazu zu leisten, dass AWB im Zuge des aktuellen Gesetzentwurfs zu Korruption im Gesundheitswesen stärker berücksichtigt werden", heißt es in einer Mitteilung. Es müsse sichergestellt werden, dass Verordnungen und die Meldungen von Nebenwirkungen nicht durch Zahlungen der Pharmaindustrie manipuliert werden könnten.

Sollte sich Transparency Zugang zu Daten der ärztlichen AWB-Honorierung verschaffen wollen, so wäre das BfArM allerdings der falsche Ansprechpartner, da es nicht über diese Art der Informationen verfügt.

Wie BfArM-Pressesprecher Maik Pommer am Mittwoch auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" erläuterte, wolle sich das Bundesinstitut nicht zu einem laufenden Verfahren äußern. (maw)

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