Ärzte Zeitung online, 19.04.2017

Asthma/COPD

Beide Märkte treten auf der Stelle

Asthma und COPD sind keine Kostentreiber. In beiden Pharma-Teilmärkten war auch 2016 kaum Nachfragedynamik zu verzeichnen.

FRANKFURT/MAIN. Die Teilmärkte verschreibungspflichtiger Medikamente für die Indikationsgebiete Asthma und COPD sind im vergangenen Jahr deutlich langsamer gewachsen als der Gesamtmarkt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Beratungsunternehmens QuintilesIMS, die der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Während die Umsätze im Apotheken-Gesamtmarkt um vier Prozent auf 32,6 Milliarden Euro (zu Herstellerabgabepreisen) zulegten, verbuchten Antiasthmatika lediglich ein Plus von 2,1 Prozent auf 469 Millionen Euro. Nach Menge entsprach das mit knapp 12 Millionen ärztlichen Verordnungen ziemlich genau dem Vorjahr.

Ähnlich sieht es im Teilmarkt der COPD-Mittel aus: Hier gingen die Verordnungen um geringfügige 0,8 Prozent zurück (auf knapp 13 Millionen), während die Umsätze um lediglich 1,2 Prozent auf knapp 576 Millionen Euro zunahmen. Besonders auffällig im COPD-Segment ist der anhaltend starke Trend zur Verordnung von Kombipräparaten aus Anticholinergika und Beta-2-Agonisten. Während in sämtlichen anderen COPD-Therapieprinzipien (Beta-2 mono, Anticholinergika mono, Beta-2 + Kortikosteroid etc.) die Erlöse zurückgingen, verbuchte besagte Wirkstoff-Kombi ein Umsatzplus von 49 Prozent auf knapp 145 Millionen Euro. Nach Menge hieß das 2016 knapp 1,6 Millionen Verordnungen (+37 Prozent). Bereits im Vorjahr verbuchte die Wirkstoffkombi Anticholinergikum plus Beta-2-Agonist sowohl nach Umsatz als auch Verordnungsmenge hohe zweistellig Zuwächse.

Auch über die arztgestützte Selbstmedikation wachsen in beiden Teilmärkten die Bäume nicht in den Himmel. Per Arztempfehlung oder "Grünem Rezept" wurden 2016 im Kontext der Diagnose COPD für 4,2 Millionen Euro OTC-Käufe veranlasst (-1,0 Prozent). Das ensprach 776.000 ärztlichen Empfehlungen.

Im Zusammenhang mit der Diagnose Asthma gaben Ärzte 563.000 mal (+5,0 Prozent) Empfehlungen für ein Antihistaminikum,  für Rhinologika oder Schleimlöser und veranlassten damit OTC-Käufe für 2,9 Millionen Euro (-3,0 Prozent). (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »