Antibiotika

Rezeptfreie Abgabe trägt zu Resistenzen bei

Schätzungsweise sieben Prozent des Antibiotika-Verbrauchs in der Europäischen Union findet rezeptfrei statt. Am höchsten ist die Selbstmedikation in Rumänien und Griechenland.

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BRÜSSEL. Einer der Gründe für die Zunahme multiresistenter Keime ist leichtfertiger Antibiotika-Gebrauch. Dazu zählt auch die rezeptfreie Antibiotika-Abgabe in Apotheken, wie ein von der EU-Kommission herausgegebener Report ("Antimicrobial Resistance and causes of non-prudent use of antibiotics in human medicine in the EU", http://bit.ly/2vdaIYJ) belegt.

Demnach hat der Anteil der rezeptfrei verwendeten Antibiotika am Gesamtverbrauch EU-weit von fünf Prozent in 2013 auf sieben Prozent in 2016 zugenommen. Besonders hoch ist der rezeptfreie Antibiotika-Verbrauch in Rumänien (20 Prozent) und Griechenland (16 Prozent), Zypern (10 Prozent), Spanien und Ungarn (je 8 Prozent) sowie Estland (6 Prozent) und Italien (4 Prozent). Auf diese sieben EU-Mitgliedsstaaten konzentrierte sich die Untersuchung im weiteren Verlauf.

In Griechenland, Zypern und Rumänien seien zwischen 80 und 100 Prozent des rezeptfreien Antibiotikaverbrauchs auf Over-the-Counter-Verkäufe öffentlicher Apotheken zurückzuführen. In den anderen Ländern resultiere die Selbstmedikation insbesondere aus der Verordnung überzählig bestückter Packungen, was einen späteren, unkontrollierten Verbrauch von Antibiotika-Restbeständen begünstige.

Vor allem kleinere Apotheken, heißt es in dem Report, seien eher bereit, Antibiotika ohne Rezeptvorlage abzugeben. (cw)

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