Ärzte Zeitung, 16.05.2011

Ärzte erwarten höheren Praxiswert in Kooperationen

Ärzte erwarten höheren Praxiswert in Kooperationen

Nicht nur in großen klinischen Studien ist die Untersuchung von Subgruppen eine spannende Angelegenheit. Auch bei der Umfrage von SpringerMedizin und Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank) zur Praxisabgabe ergeben sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Untergruppen.

So sehen zum Beispiel Ärzte in Gemeinschaftspraxen der Praxisabgabe optimistischer entgegen als in Einzelpraxen. Bei der Umfrage haben 777 Ärzte aus Einzelpraxen teilgenommen und 174 Ärzte aus Gemeinschaftspraxen.

Nur 22 Prozent der Ärzte aus Einzelpraxen blicken mit Zuversicht der Abgabe ihrer Praxis entgegen, oder sie fühlen sich gut vorbereitet. Bei den Gemeinschaftspraxen sind es dagegen 31 Prozent. Analog ist es bei der Erwartung, ob die Nachfolge gesichert oder wahrscheinlich erscheint: In Gemeinschaftspraxen sind 30 Prozent der Umfrageteilnehmer optimistisch, in Einzelpraxen nur 24 Prozent.

33 Prozent erwarten einen Erlös von unter 50.000 Euro 

Das schlägt sich auch nieder in der Erwartung des Verkaufspreises. 33 Prozent der Ärzte in Einzelpraxen erwarten einen Erlös von unter 50.000 Euro - gegenüber 21 Prozent ihrer Kollegen in Gemeinschaftspraxen.

Inwieweit die Ärzte in Gemeinschaftspraxen eventuell zum Teil den Wert der gesamten Praxis sehen und nicht nur den mit einem ausscheidenden Arzt verknüpften Wert, bleibt hier allerdings offen.

Investitionsverhalten unterschiedlich

Unterschiede gibt es auch beim Investitionsverhalten: 36 Prozent der Ärzte in Gemeinschaftspraxen wollen investieren, um die Abgabe zu fördern - 32 Prozent in Einzelpraxen.

"Eine zentrale Herausforderung der Praxisabgabe ist es, den Praxiswert zu optimieren. Hierbei spielen Investitionen eine wichtige Rolle", erläutert Carsten Burchartz, Abteilungsdirektor Gesundheitsmärkte und -politik von der apoBank. Welche Art der Investition sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden.

Es fällt auf, dass die Werte in allen Kategorien - Medizintechnik, EDV, Räume, Marketing und Fortbildung - in Gemeinschaftspraxen höher als in Einzelpraxen liegen. Frappierend ist der Unterschied bei der Fortbildung: 55 Prozent der Ärzte in Gemeinschaftspraxen wollen bis zum Schluss in die Fortbildung der Mitarbeiter investieren - aber nur 39 Prozent der Einzelärzte.

Zum Special "Praxisabgabe"

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