Ärzte Zeitung, 26.01.2009

Zukunftskonzept für Privatuniversität Witten/Herdecke

Alte und neue Gesellschafter sowie das Landes-Wissenschaftsministerium einigen sich auf Rettung

KÖLN (iss). Bei der privaten Universität Witten/Herdecke (UWH) ist Land in Sicht. In einer Nachtsitzung einigten sich die Universitätsleitung, neue und alte Gesellschafter sowie das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium auf ein Zukunftskonzept für die finanziell angeschlagene Hochschule.

Damit habe die UWH die Chance "zu einem tragfähigen Neuanfang bei Sicherung ihres besonderen Profils" genutzt, sagte Wissenschaftsminister Professor Andreas Pinkwart.

Das Land hatte sich im Dezember 2008 aus der Finanzierung zurückgezogen und für 2007 Gelder zurückgefordert (wir berichteten). Das Aus für die älteste deutsche Privatuni, die schon lange unter finanziellen Schwierigkeiten litt, schien nahe.

Jetzt haben sich die Gesellschafter zu Kapitaleinlagen in Höhe von 16 Millionen Euro und einer Bürgschaft von zehn Millionen Euro bereit erklärt. Zum Gesellschafterkreis gehört wieder die Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege, die im Sommer 2008 nach Meinungsverschiedenheiten das Engagement für die UWH beendet hatte. Hinzu kommen die Software AG Stiftung, das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke sowie die Alumni-Initiative, der Studienfonds und die Stiftung der UWH. Die von der Diözese Rottenburg-Stuttgart getragene Martinus-Stiftung unterstützt die Uni mit ihren Krankenhäusern in der Medizinerausbildung.

Das Land will seine Förderung wieder aufnehmen und für 2009 und 2010 insgesamt 13,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Beitragen zur Sanierung der UWH sollen auch die Erhöhung der Studiengebühren und eine Ausweitung der Zahl der Studierenden, die zurzeit bei rund 1200 liegt.

Mit dem Ausbau von Lehre und Forschung in der Medizin will die Uni auch die vom Wissenschaftsrat für die erneute Akkreditierung geforderte Qualitätssteigerung erreichen. Zu den geplanten neuen interdisziplinären Studiengängen und Forschungsvorhaben gehören die Bereiche Gesundheitsökonomie und Demenzversorgung.

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