Ärzte Zeitung, 12.05.2009

Über ein Viertel der Deutschen fürchtet sozialen Abstieg

NÜRNBERG (dpa). Die Angst vor dem sozialen Abstieg durch die Wirtschaftskrise greift bei immer mehr Deutschen um sich. Wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der "Welt am Sonntag" zeigt, befürchten bereits 28,4 Prozent der Menschen hierzulande, dass sie im Zuge der andauernden Wirtschaftskrise gesellschaftlich abrutschen könnten. Diese Zahl liegt laut Experten erstaunlich hoch.

Denn das deutsche Klassengefüge sei seit Jahrzehnten ziemlich starr und wenig durchlässig, sagte Klaus Hilbinger, bei der GfK für die Umfrage verantwortlich ist, der Zeitung.Der Umfrage zufolge reicht die Angst vor Job- und Statusverlust durch alle Bildungs- und Einkommensklassen: So hege fast jeder zweite Haushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 1500 und 1999 Euro (47,2 Prozent) Abstiegsängste, unter den Besserverdienern (3500 Euro netto pro Monat und mehr) fürchte fast jeder fünfte Haushalt um seinen sozialen Status (19,5 Prozent).

Auch vor höherer Bildung mache der Trend nicht halt: So fürchtet der Umfrage zufolge jeder fünfte Deutsche mit Abitur oder Studium (19,6 Prozent), im Zuge der Krise sozial abzurutschen. Bei Bürgern mit Haupt- oder Volksschulabschluss sei es sogar fast jeder Dritte (31,4 Prozent).

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