Ärzte Zeitung, 14.05.2009

HUK-Coburg Kranken steigt mit neuem Tarif in die Steuerung der Versorgung ein

MÜNCHEN (iss). Der private Krankenversicherer HUK-Coburg hat ein neues Tarifangebot entwickelt, das auf Elemente der Versorgungssteuerung setzt. "Wir wollen schnell mit den Möglichkeiten auf den Markt kommen, die uns zur Verfügung stehen", sagte Vorstand Dr. Christian Hofer bei der Bilanzpressekonferenz in München.

Umfassen sollen die neuen Tarife zum einen die Erst-Inanspruchnahme des Hausarztes, das Arzneimittelmanagement und die vom Versicherer gesteuerte Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Zum anderen setze die HUK-Coburg künftig auch auf die Zusammenarbeit mit Ärztenetzen und Medizinischen Versorgungszentren, kündigte Hofer an.

Die Tarif-Reihe wird unter dem Namen "Select" laufen. Damit knüpft der Versicherer an die guten Erfahrungen an, die er mit seinem Autoversicherungsangebot "Kasko Select" gemacht hat. Bei diesen Verträgen verpflichtet sich der Versicherte, bei einer Reparatur seines beschädigten Fahrzeugs die Auswahl der Werkstatt und die Schadenabwicklung der HUK-Coburg zu überlassen. Dafür sind die Policen dann 20 Prozent billiger.

Nach Angaben des Unternehmens entscheidet sich inzwischen schon jeder zweite Neukunde in der Autoversicherung für dieses Angebot. Die HUK-Coburg ist hinter der Allianz der zweitgrößte Kfz-Versicherer in Deutschland.

Die Krankenversicherung war im Jahr 2008 der Wachstumstreiber der Coburger Versicherungsgruppe. Die Beitragseinnahmen stiegen um sieben Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. "Das ist um so erfreulicher, als sich die sogenannte Gesundheitsreform des Jahres 2007, die den Zugang zur PKV erheblich erschwerte, nach wie vor dämpfend auf die Nachfrage auswirkt", sagte Konzernchef Rolf-Peter Hoenen.

Die Zahl der Vollversicherten stieg um 11 200 auf knapp 387 000. Damit entfielen fast 20 Prozent des gesamten Netto-Zuwachses der PKVBranche allein auf die HUK-Coburg Kranken.

Der Basistarif wird die PKV-Branche nicht umhauen.

Im Basistarif der Gesellschaft gab es nach Angaben von Hofer Ende des vergangenen Monats gerade einmal 872 Versicherte. Er habe die Horrorszenarien über die Folgen des Basistarifs, die manche PKV-Vertreter vor der Einführung an die Wand gemalt haben, nie verstehen können, sagte er.

"Der Basistarif wird die Branche nicht umhauen, auch wenn er für sie keine gute Entwicklung ist."

Für das laufende Jahr erwartet die HUK-Coburg einen Anstieg der Prämieneinnahmen in der Krankenversicherung um rund fünf Prozent. "Wir hatten in diesem Jahr fast keine Beitragsanpassungen", resümierte Hofer.

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