Ärzte Zeitung, 21.09.2010

Kieler Unternehmen tüftelt an Wasserlaufband für Menschen

Unterwasserlaufbänder, die Tiere nach Operationen wieder fit machen, könnte es bald schon für Menschen geben.

Kieler Unternehmen tüftelt an Wasserlaufband für Menschen

KIEL (di). Hunde und Pferde werden nach medizinischen Eingriffen auf Unterwasserlaufbändern fit gemacht. Ein Kieler Unternehmen arbeitet nun an vergleichbaren Geräten für die Humanmedizin.

Die bei den Tieren erfolgreiche Physiotherapiemaßnahme könnte auch Menschen helfen: Das Wasser lässt den Körper des Patienten leichter erscheinen. Die Arbeit auf dem Wasserlaufband hilft beim Muskelaufbau, ohne die Gelenke übermäßig zu beanspruchen. Durch den Auftrieb des Wassers wirkt nur ein geringer Teil des Körpergewichts auf die Gelenke.

Dieses Prinzip nutzen bereits die Bewegungsbäder in der Rehamedizin. Sie haben aber die Nachteile, dass Schwimmbecken viel Platz benötigen und hohe Energiekosten verursachen. Die Wassertemperatur und der Wasserstand lassen sich kurzfristig nicht verändern.  Auch eine individuell auf den Patienten abgestimmte Entlastung ist im Schwimmbecken kaum realisierbar.

Das Unternehmen Physio-tech aus Kiel, das bislang Unterwasserlaufbänder für Hunde und Pferde herstellt, tüftelt inzwischen an einer Lösung für Menschen, unterstützt wird die Forschung vom Land.  Ziel ist eine begehbare Sichtglaskabine, damit das medizinische Personal den Bewegungsablauf des Patienten beobachten und individuell den Trainingseffekt steuern kann. Auch vordefinierte Trainingspläne sollen abgerufen werden können. Mit Hilfe von Sensoren und einer Software soll die individuell für den Patienten gewünschte Gewichtsentlastung gesteuert werden. Weiterer Vorteil ist laut Mitteilung des Kieler Wissenschaftsministeriums ein "minimaler Platzbedarf", das Gerät soll problemlos in Praxen integrierbar sein. Das 2002 gegründete Unternehmen Physio-tech ist nach eigenen Angaben Marktführer bei der Herstellung von tierphysiotherapeutischen Unterwasserlaufbändern in Europa.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »