Ärzte Zeitung, 03.11.2010

Roche investiert 200 Millionen in Mannheim

Mit drei neuen Projekten baut Roche seinen Diagnostika-Standort in Mannheim weiter aus. 200 Millionen Euro wurden in Betriebe für Fertigspritzen, Immundiagnostika und Logistik investiert.

Roche investiert 200 Millionen in Mannheim

Roche Diagnostics in Mannheim: Das Werk ist drittgrößter Standort im Roche-Verbund.

© Roche Diagnostics

Von Christoph Winnat

Roche investiert 200 Millionen in Mannheim

Roche-Chef Dr. Severin Schwan (links) und Ministerpräsident Stefan Mappus nehmen symbolisch drei Werksteile in Betrieb.

© cw

MANNHEIM. Bei Roche geht es mit der Fertigstellung neuer Bauprojekte Schlag auf Schlag. Erst vor fünf Wochen nahm der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ein Diagnostikawerk im oberbayerischen Penzberg in Betrieb. Ende vergangener Woche konnte sein baden-württembergischer Amtskollege Stefan Mappus (CDU) den Startknopf für drei Betriebseinheiten am Roche-Standort Mannheim drücken.

Die Investitionssumme teilt sich auf drei Erweiterungsprojekte auf:

  • 58 Millionen Euro wurden für ein weiteres Logistikzentrum ausgegeben, das Platz für 20 000 Paletten bietet. Das Mannheimer Werk gilt als Drehscheibe für die weltweite Distribution von Roche-Diagnostika.
  • 73 Millionen Euro hat die Einrichtung einer neuen Abfüllanlage für Fertigspritzen mit Montage- und Verpackungslinie gekostet. Damit können die bisherigen Kapazitäten verdoppelt und pro Jahr 30 Millionen Fertigspritzen produziert werden.
  • Und 54 Millionen Euro gingen in einen zweigeschossigen Neubau zur Produktion von Immundiagnostika.

Einschließlich der aktuellen Beträge hat Roche laut Thomas Schmid, Sprecher der Geschäftsleitung der Roche Diagnostics GmbH, allein in den zurückliegenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro in Mannheim investiert; mit 7500 Mitarbeitern ist der Betriebskomplex im Stadtteil Sandhofen konzernweit der drittgrößte Roche-Standort.

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Grenzacher Roche Pharma AG, nahm die Einweihungsfeierlichkeiten zum Anlass, um auf die volkswirtschaftliche Bedeutung Roches hinzuweisen. So seien zur Beurteilung der Wertschöpfung von Roche hierzulande nicht nur die direkten jährlichen Ausgaben relevant - Löhne, Steuern, Investitionen sowie F&E und Beschaffung -, sondern darüber hinaus auch die Folgewirkungen. Pfundner: "Unsere direkten Investitionen von circa 1,5 Milliarden Euro generieren weitere Effekte in Höhe von 3,5 Milliarden Euro im Umfeld und sichern zusätzlich zu den 13 000 Roche-Arbeitsplätzen 48 000 Jobs im Umfeld."

Pfundner forderte erneut eine stärkere steuerliche Forschungsförderung und eine Anrechnung von Investitionen auf die Rabattlast gegenüber der GKV. Die Gesundheitspolitik greife "ausschließlich am Ende der Wertschöpfungskette ein". Der kürzlich auf 16 Prozent erhöhte Herstellerrabatt "begrenzt schlichtweg unsere Möglichkeiten der Refinanzierung unserer Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsaufwendungen in Deutschland". 

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