Ärzte Zeitung, 08.12.2011

PKV-Geschäft lässt Axa wachsen

Die Axa Versicherungsgruppe profitiert vom Wegfall der Dreijahres-Wechselfrist bei privaten Krankenversicherungen. Das Neugeschäft stieg 2011 um 30 Prozent.

KÖLN (iss). Die private Krankenversicherung ist erneut der Wachstumstreiber bei der Axa Versicherungsgruppe. Im laufenden Jahr werden die Prämieneinnahmen voraussichtlich um mehr als 6 Prozent wachsen, sagte Dr. Frank Keuper, Vorstandschef der Kölner Versicherungsgruppe. "Von dem Zuwachs stammt ein Drittel aus Prämienanpassungen, der Rest aus dem Neugeschäft."

Die Krankenversicherung wächst damit stärker als die anderen Versicherungssparten. Für die Schaden-/Unfallversicherung erwartet Keuper einen Anstieg von mehr als 3 Prozent, in der Lebensversicherung dagegen einen Rückgang um 2 bis 2,5 Prozent. Für die gesamte Gruppe prognostizierte Keuper ein Plus bei den Prämieneinnahmen um 1,5 bis 2 Prozent auf 10,5 bis 10,6 Milliarden Euro.

Der Wegfall der Dreijahres-Wechselfrist für Angestellte, die von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln wollen, hat zu einer deutlichen Belebung des Neugeschäfts geführt. Es nahm um 30 Prozent zu.

Auch im öffentlichen Dienst habe sich das Geschäft gut entwickelt, sagte Keuper. Zum Axa-Konzern gehören auch die auf das Beamtensegment spezialisierten DBV Versicherungen, ebenso wie die Deutsche Ärzteversicherung.

1500 Nichtzahler

Nach Angaben von Keuper erhöht die Axa Krankenversicherung für 2012 ihre Tarife im Durchschnitt um 2 Prozent. Bei einem großen Teil der Tarife gebe es überhaupt keine Erhöhung. "Bei einzelnen kann es Anpassungen bis zu 14 Prozent geben", sagt er. Das seien vor allem Angebote mit einem hohen Selbstbehalt.

Die Axa - die Nummer drei im PKV-Markt - hat zurzeit 1500 Kunden im Bestand, die ihre Beiträge mindestens drei Monate lang schuldig geblieben sind. Bei ihnen haben sich Beitragsrückstände von 25 Millionen Euro angehäuft.

Gleichzeitig hat der Versicherer für die Nichtzahler 6 Millionen Euro für Leistungen ausgegeben und 4 Millionen Euro in die Alterungsrückstellungen gesteckt.

Als erster großer Versicherer hat die Axa für 2012 eine Absenkung der Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung angekündigt. Bei der Axa Leben und der DBV Leben geht die laufende Verzinsung als Folge des niedrigen Zinsniveaus von 4 auf 3,8 Prozent zurück.

Bei der Deutschen Ärzteversicherung bleibt der Wert dagegen unverändert bei 4 Prozent. Das liegt daran, dass der Versicherer sehr viele fondsgebundene Policen im Bestand hat. Bei diesen Verträgen trägt der Kunde das Kapitalanlagerisiko selbst.

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