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Chemie trotzt der Euro-Krise - noch

Die Nachfrage aus dem Inland und aus Übersee sorgen für Stabilität bei der deutschen Chemie-Branche. Die Flaute im europäischen Markt bekommt hingegen der Pharma-Sektor zu spüren.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Die deutsche Chemie ist mit dem ersten Halbjahr 2012 nicht unzufrieden.

Die deutsche Chemie ist mit dem ersten Halbjahr 2012 nicht unzufrieden.

© Henkel

FRANKFURT/MAIN. Obwohl die deutschen Chemieunternehmen inzwischen die Euro-Schuldenkrise zu spüren bekommen, rechnet die Branche für 2012 mit einem weiteren guten Jahr.

Nach den Rekordzahlen, die viele hierzulande tätigen Chemieunternehmen 2011 erreichten, bedeutet eine unveränderte Produktionsmenge - so lautet die Gesamtjahres-Prognose des Branchenverbandes VCI - Stagnation auf hohem Niveau.

Tragende Kräfte der Stabilität sind einerseits die anhaltend gute Inlandsnachfrage, andererseits der Absatz nach Übersee, sagte VCI-Präsident Dr. Klaus Engel anlässlich der traditionellen Branchen-Halbjahresbilanz in Frankfurt.

Zusätzlich sorge der eher schwache Euro dafür, dass sich die deutsche Chemie in Amerika und Asien behaupten kann.

Dagegen zeichne sich bei europäischen Industriekunden "in Spanien, Italien, England und zunehmend auch in Frankreich" deutlich reservierteres Bestellverhalten ab.

Engel: "Die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen sinkt - auch aus deutscher Produktion".

Sparzwang erreicht das Gesundheitswesen

Mit durchschnittlich 83 Prozent sind die Anlagen der hiesigen Firmen aber nach wie vor gut ausgelastet. Das dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte so bleiben, ist man sich beim VCI sicher.

Und nach langen Zeiten des Rückgangs nimmt trotz der angespannten Lage im wichtigen europäischen Markt sogar die Beschäftigung wieder zu.

Im ersten Halbjahr waren mit 437.000 Mitarbeitern zwei Prozent mehr Personen in der deutschen Chemieindustrie tätig als im wirtschaftlich boomenden Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Insgesamt ging die Produktionsmenge der in Deutschland ansässigen Chemiefirmen im ersten Halbjahr um vier Prozent zurück.

Bei gleichzeitiger Preisanhebung um drei Prozent infolge höherer Rohstoffkosten ergibt sich unterm Strich ein Umsatzrückgang von einem halben Prozent auf 89,2 Milliarden Euro.

Im Inland nahmen die Erlöse um ein halbes Prozent auf 35,5 Milliarden Euro zu, im Ausland wurden Chemieerzeugnisse für 53,7 Milliarden Euro (-1,0 Prozent) abgesetzt.

Überdurchschnittlich stark ging mit -4,5 Prozent im ersten Halbjahr die Produktion pharmazeutischer Vor- und Fertigprodukte zurück.

"Der Sparzwang in vielen Ländern", so der Kommentar von VCI-Präsident Engel, "hat inzwischen auch das Gesundheitswesen erfasst".

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