Ärzte Zeitung, 19.09.2012

Impfstoffe

Herstellern blüht gutes Geschäft

Die angestrebte Prävention von Krankheiten wie Aids, Malaria oder Tuberkulose bietet europäischen Impfstoffherstellern gute Marktchancen, so eine aktuelle Studie.

Von Matthias Wallenfels

Herstellern blüht gutes Geschäft

Impfstoffproduktion: Der Markt für Vakzine wird auch in Zukunft prosperieren, erwarten Unternehmensberater.

© Xinhua/imago

FRANKFURT/MAIN. Für den europäischen Markt für Impfstoffe erwarten Experten signifikante Wachstumsraten.

Grund dafür ist nach Einschätzung der Unternehmensberatung Frost & Sullivan der zunehmende Fokus der Impfstoffentwickler auf neuartige Technologien sowie die Tatsache, dass potenzielle Impfstoff-Kandidaten in der Spätphase weiterentwickelt werden und in die Kommerzialisierungsphase eintreten.

Impfstoffe der nächsten Generation, wie zum Beispiel essbare Vakzine auf Pflanzenbasis, könnten zudem einen erheblichen Einfluss auf die Impfstoffentwicklung haben, prognostizieren die Unternehmensberater.

Bis 2018 fast zehn Prozent Wachstum je Jahr erwartet

Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan erwirtschaftete der europäische Vakzinemarkt im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6,36 Milliarden US-Dollar (rund 4,9 Milliarden Euro) und wird bis zum Jahr 2018 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,6 Prozent auf 12,05 Milliarden US-Dollar (rund 9,2 Milliarden Euro) anwachsen.

Getriggert werde die steigende Nachfrage nach Impfstoffen von dem dringenden medizinischen Bedarf im Hinblick auf die Prävention von Krankheiten, die jedes Jahr Millionen von Menschen betreffen und dafür sorgen, dass die Ausgaben im Gesundheitsbereich weiter ansteigen - und damit noch nicht genutzte Möglichkeiten im Markt schaffe.

Vor diesem Hintergrund würden zudem weitere Aktivitäten in Forschung und Entwicklung sowie staatliche Unterstützungsprogramme zur Impfstoffentwicklung angestoßen, so die Autoren der Studie.

"Das zukünftige Wachstum in der Impfstoffindustrie wird voraussichtlich angekurbelt vom Segment der Impfstoffe für Erwachsene," lautet die Einschätzung von Aiswariya Chidambaram, bei Frost & Sullivan Senior Research Analystin.

Hauptherausforderung ist die Nachfrageprognose

Allerdings stellt sich die jährliche Prognose der notwendigen Kapazitäten auch weiterhin als Hauptherausforderung für Impfstoffhersteller dar, besonders im Zusammenhang mit Pandemien.

"Spekulative Annahmen in Bezug auf die Impfstoff-Produktionskapazitäten angesichts unerwarteten Bedarfs, wie zum Beispiel bei Pandemien, Epidemien oder im Fall von Bioterrorismus, werden voraussichtlich einen enormen Einfluss auf das Wachstum, aber auch auf die Versorgung durch Impfstoffhersteller in Europa haben", erläutert Chidambaram.

Die Vakzinehersteller stünden unter dem enormen Druck, große Mengen an Impfstoffen zu bevorraten, was mit der Beschaffung von Impfstoffen und damit verbundenen Ausschreibungen zusammenhänge, damit sie keine eventuellen Geschäftschancen verpassten.

Eine akkurate Einschätzung des Kapazitätenbedarfs und der Produktdifferenzierung sei daher für Marktteilnehmer essenziell, um einen stabilen Anteil des Marktes zu gewinnen, schlussfolgert Chidambaram für die Branche.

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