Ärzte Zeitung online, 11.12.2012

Zukauf

Amgen greift für Genforscher tief in die Tasche

THOUSAND OAKS. Der Biotechriese Amgen übernimmt für 415 Millionen Dollar in bar das isländische Genforschungsunternehmen deCode Genetics. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet worden, teilte Amgen heute mit.

deCode gehört dem privaten Investorenkonsortium Saga Investments. Das 1996 gegründete Unternehmen - Hauptsitz ist Reiykjavik - befasst sich mit Genanalysen. Bekannt wurde deCode durch den Aufbau einer Gendatenbank der isländischen Bevölkerung.

1998 erwarb Roche für 200 Millionen Dollar Nutzungsrechte an dieser Datenbank. Vor drei Jahren musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Unter die Arme griffen der Firma private Kapitalgeber, die große Teile des Kerngeschäfts erwarben.

In jüngster Zeit machte deCode durch die Entdeckung eines Gendefektes von sich reden, von dem vermutet wird, dass er das Risiko für Alzheimer-Demenz verdreifacht.

Von der deCode-Akquisition erhofft sich Amgen einen Schub für die eigene Suche nach neuen therapeutisch relevanten Zielstrukturen. Die Isländer hätten genetische Risikofaktoren für duzende von Krankheiten entdeckt, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis Krebs, heißt es in der Konzernmitteilung.

Da die Übernahme keiner behördlichen Genehmigung bedürfe, rechne man damit, sie bis Jahresende abschließen zu können, so Amgen weiter. (cw)

Topics
Schlagworte
Unternehmen (10801)
Organisationen
Amgen (245)
Roche (656)
Krankheiten
Demenz (3000)
Krebs (5012)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »