Ärzte Zeitung online, 27.11.2013

Krebsarzneien

Bayer plant Übernahme in Norwegen

Baye bietet 1,8 Milliarden Euro für den Entwicklungspartner seines neuen Krebsmittels Radium-223-Dichlorid.

LEVERKUSEN. Die Bayer AG bietet umgerechnet 1,8 Milliarden Euro für den norwegischen Krebsmittelspezialisten Algeta. Die Übernahmepläne befänden sich noch in einem frühen Stadium. Sowohl Algeta als auch Bayer bestätigten die Fusionsabsicht.

Bayer und Algeta arbeiten bereits seit 2009 bei Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments Xofigo® (Radium-223-Dichlorid) zusammen. Das Mittel gilt als einer der großen Hoffnungsträger unter den neuen Pharmaprodukten des Leverkusener Konzerns.

Insgesamt werden Xofigo® Spitzenumsätze von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr zugetraut. Das Medikament bekämpft Krebszellen mit radioaktiver Alphastrahlung. Erst Mitte November hatte ein Fachausschuss der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung von Radium-223-Dichlorid befürwortet.

Nun steht nur noch die abschließende Marktfreigabe durch die EU-Kommission aus, die jedoch als sicher gilt. - In den USA bringt das neue Krebsmittel bereits Umsatz. Es wurde im Juni dieses Jahres von der FDA zugelassen.

Der von Bayer für Algeta gebotene Kaufpreis liegt um ein Vielfaches über den Umsätzen des norwegischen Herstellers. Dabei brachte die Vermarktung von Xofigo® im dritten Quartal einen kräftigen Schub. Algeta hält die Co-Marketing-Rechte für Radium-223-Dichlorid in den USA.

In den ersten neun Monaten 2013 konnten die Norweger den Umsatz auf 570 Millionen norwegische Kronen (69 Millionen Euro) verdreifachen und waren dabei operativ profitabel. Das Unternehmen hatte zudem Ende September 1,47 Milliarden Kronen (178 Millionen Euro) in der Kasse.

Die Börse zeigte sich wenig beeindruckt von dem geplanten Bayer-Coup. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie des Konzerns knapp unter dem Vortageskurs. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »