Ärzte Zeitung, 24.03.2014

Trotz Eurostärke

B.Braun geht mit Rekord ins Jubiläum

Negative Währungseffekte bremsen das Wachstum bei B.Braun Melsungen. Dennoch meldet das Familienunternehmen ein weiteres Rekordjahr.

MELSUNGEN/MORSCHEN. Der Medizintechnik- und Pharmakonzern B. Braun Melsungen AG hat erneut ein Rekordjahr hinter sich: Der Überschuss sei 2013 um rund neun Prozent auf 315,5 Millionen Euro gestiegen, berichtete Vorstandschef Heinz-Walter Große am Freitag in Morschen.

Der operative Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBDITDA) stieg um fast vier Prozent auf 785 Millionen Euro. Der Umsatz nahm um 2,4 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zu.

Das Ziel, die Erlöse um sechs Prozent zu steigern, wurde damit verfehlt. Als Grund nannte Große negative Währungseffekte. Die Schwäche des japanischen Yen und des US-Dollar gegenüber dem Euro machten sich bemerkbar.

In lokalen Währungen habe man das anvisierte Umsatzwachstum erreicht. "Wir sind mit dem besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte in unser Jubiläumsjahr gestartet". B.Braun blickt 2014 auf 175 Jahre Firmenhistorie zurück.

Eine für den Konzern ungewöhnliche Ausgabe ließ auch die Investitionen auf Rekordniveau schnellen: 1,03 Milliarden Euro wurden insgesamt investiert (2012: 588,5 Millionen). Rund 440 Millionen Euro davon seien in die Beteiligung an der Rhön-Klinikum AG geflossen. B. Braun hält inzwischen 15,08 Prozent an dem Klinikunternehmen.

Der Medizintechnikhersteller hatte diese Anteile erworben, um die Übernahme von über 40 Rhön-Krankenhäusern durch Fresenius zu verhindern. Der Widerstand wurde kurz vor Weihnachten aufgegeben: Der Gesundheits-Multi schloss einen Rahmenliefervertrag mit B.Braun und sicherte zu, das eigene Unternehmen Fresenius Kabi werde als Lieferant nicht bevorzugt.

Große: "Wir gehen davon aus, dass auch ‚Rhön neu‘ ein wertvolles Unternehmen ist." Alle Ertragszahlen sprächen für eine gerechtfertigte Investition.

Vor dem Einstieg bei Rhön war B.Braun ausschließlich mit Dialyse-Kliniken im deutschen Krankenhausmarkt vertreten. Dieses Geschäftsfeld der Sparte Avitum sei mit Übernahme oder Neubau von 15 Kliniken in Russland und elf Kliniken in Deutschland weiter ausgebaut worden.

Insgesamt haben sich alle vier Sparten des Medizinproduktespezialisten 2013 positiv entwickelt: Hospital Care liegt jetzt bei 2,5 Milliarden Euro Umsatz, Aesculap bei 1,4 Milliarden Euro, OPM (medizinischer Sachbedarf) bei 609 Millionen und B.Braun Avitum bei 613 Millionen Euro. Besonders die Dialysesparte werde im kommenden Jahr weiter kräftig wachsen, heißt es.

Für 2014 peile der Konzern ein Umsatzwachstum "um die sechs Prozent" an, erklärte Vorstandschef Große. Im kommenden Jahr soll dann Umsatzmarke von sechs Milliarden Euro geknackt werden.

Zugleich machte er deutlich, dass B.Braun als nicht börsennotiertes Unternehmen nicht unter Druck gerate, wenn solche angepeilten Ziele nicht voll erfüllt würden. Wenn sich Währungen drehten - oder falls sich die Spannungen in Russland auswirken sollten, müsse man das hinnehmen. (kaj)

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