Ärzte Zeitung, 16.10.2015

IV-Projek

Gesundes Kinzigtal erzielt erneut ein Plus

170 Euro unter Normkosten: Das IV-Projekt "Gesundes Kinzigtal" hat 2013 zum siebten Mal in Jahresfolge den beteilgten Krankenkassen Geld gespart.

HASLACH/STUTTGART/KASSEL. Intergrierte Komplettversorgung kann den Kassen-Haushalt entlasten, das hat das "Gesunde Kinzigtal" wiederholt bewiesen. Und die Erfolgsgeschichte hält an: 2013 erzielte das IV-Projekt aus dem Südwesten  einen sogenannten Gesundheitsgewinn von 5,5 Millionen Euro.

Mit "Gesundheitsgewinn" bezeichnet die Managementgesellschaft OptiMedis die Differenz zwischen den zu erwartenden Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds (RSA-Normkosten) und den tatsächlichen Versorgungskosten.

Durchschnittlich kostete damit laut OptiMedis jeder der 33.000 Versicherten - nicht nur die rund 10.000 IV-eingeschriebenen - der Kassenpartner AOK Baden-Württemberg und Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) 170 Euro weniger als aufgrund seines Morbiditätsrisikos zu erwarten gewesen wäre. Das seien 7,4 Prozent weniger als die Normkosten im Bundesdurchschnitt.

Die optimierten Versorgungskosten gingen gleichwohl nicht mit Zugeständnissen an die Versorgungsqualität einher, versichert Yvonne Stützle, Betreuerin für "Gesundes Kinzigtal" bei der LKK: "Dank kluger Interventionen wie Coaching und Case Management wird unsere im Durchschnitt ältere und morbidere Versichertenpopulation nicht nur wirtschaftlich, sondern auch qualitativ gut versorgt". Das belege unter anderem auch eine aktuelle Evaluation des PMV-Forschungsinstituts der Universität zu Köln .

Beispielsweise ließen sich für das IV-Projekt im Landesvergleich unterdurchschnittlich viele Sedativa- und Antibiotikaverordnungen nachweisen. Andererseits nehme die leitliniengerechte Verordnung etwa von Gerinnungshemmern oder Betablockern kontinuierlich zu. Auch bei der Verordnung potenziell für ältere Patienten inadäquater Wirkstoffe schneide das "Kinzigtal" besser ab als die Kontrollgruppe. (cw)

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