Ärzte Zeitung online, 29.08.2016

Existenzgründung

Junge Ärzte profitieren vom niedrigen Zinsen

Während Geldanleger über niedrige Zinsen klagen, gibt es Vorteile für Kreditnehmer. Das gilt auch für Existenzgründer.

DÜSSELDORF. Ärzte, die sich derzeit niederlassen wollen, gehören zu den Profiteuren der Niedrigzinsphase, denn Kreditzinsen liegen aktuell auf extrem günstigen Niveau. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) treibt die Entwicklung jetzt auf die Spitze und hat im Rahmen ihrer Initiative "Chance Niederlassung" nach einer Mitteilung ein Sonderkreditprogramm für Existenzgründungsfinanzierungen in Höhe von 500 Millionen Euro verabschiedet.

Kern des neuen Programms "Exi 500" ist, dass Heilberufler bei ihren Finanzierungen für die eigene Praxis oder Apotheke ab sofort von einem 10-Jahres-Festzins in Höhe von 0,99 Prozent profitieren können.Laut apoBank geben gut drei Viertel der angestellten Heilberufler als Hemmschwelle für den Schritt in die eigene Niederlassung das finanzielle Risiko an.

Das Sonderkreditprogramm solle dazu beitragen, diesen Vorbehalt deutlich abzubauen, heißt es in einer Mitteilung der Standesbank.

Ergänzend bietet das Institut in diesem Rahmen Finanzierungen zu einer 10-Jahres-Festzins-Kondition von nominal 1,39 Prozent mit sogenanntem "Airbag" an: Mit dem Airbag sichert die Bank einen Teil des Risikos der Existenzgründer in der Startphase ab, indem sie im Fall einer Insolvenz in den ersten drei Jahren auf die Geltendmachung ihrer Forderungen aus dem Existenzgründungsdarlehen verzichtet.

Zudem besteht bei dieser Variante die Möglichkeit zur Tilgungsaussetzung. Als weiteren wichtigen Ansatzpunkt zur Unterstützung der Niederlassung sieht die apoBank kostenlose Existenzgründungsseminaren und ihre jährlich erscheinenden Existenzgründungsanalysen.

Die Genossenschaftsbank ist nach eigenen Angaben führend bei der Finanzierung von Existenzgründungen im heilberuflichen Umfeld. Von den insgesamt 6,3 Milliarden Euro Neugeschäft im vergangenen Jahr seien rund zwei Milliarden Euro auf Existenzgründungs- und Investitionsfinanzierungen zurückzuführen, heißt es in der Mitteilung. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »