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Pharma

Roche schreibt Erfolgsgeschichte in Onkologie und Diagnostik fort

Die Bilanzzeit der großen Pharmaunternehmen hat begonnen. Der Schweizer Konzern Roche legt für die Branche mit einem Zulassungsfeuerwerk eine hohe Messlatte.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Immundiagnostika sind für Roche Wachstumstreiber in der Diagnostiksparte.

Immundiagnostika sind für Roche Wachstumstreiber in der Diagnostiksparte.

© Roche Diagnostics GMbH

LONDON/BASEL. Der Schweizer Pharmakonzern Roche läuft auf Hochtouren. Wie CEO Severin Schwan am Mittwoch in London betonte, hat sein Unternehmen mit dem MEK-Inhibitoren Cobimetinib (Cotellic®), dem oralen ALK-Inhibitoren Alectinib (Alecensa®), dem BCL-2-Inhibitoren Venetoclax (Venclexta®, vermarktet mit AbbVie) sowie Atezolizumab (Tecentriq® in kurzer Zeit vier neue Medikamente auf den Markt gebracht. Zudem hat Roche von der FDA für fünf Indikationen seiner Medikamente den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten.

Wie kurz berichtet, hatte Roche im vergangenen Jahr von guten Absatzzahlen seiner Onkologika profitiert. Die Erlöse stiegen um fünf Prozent auf 50,58 Milliarden Schweizer Franken (47,5 Milliarden Euro). Der operative Gewinn stieg ebenfalls um fünf Prozent auf 18,42 Milliarden Franken. Der Konzerngewinn legte auf 9,7 Milliarden Franken zu (Vorjahr: 9,06 Milliarden Franken).

Das dreiprozentige Wachstum in der Pharmadivision, auf die rund 80 Prozent des Konzernumsatzes kommen, lässt sich vor allem auf drei Hauptwachstumsträger zurückführen – die Onkologika Perjeta® (Pertuzumab) und Trastuzumab (Herceptin®) sowie das Antirheumatikum Tocilizumab (Actemra®/RoActemra®).

Neues Immundiagnostik-Modul

Die Verkäufe der Division Diagnostics wuchsen bei Roche im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent – vor allem dank der guten Entwicklung bei Produkten für die Immundiagnostik, wie das Unternehmen betont. So sei das Portfolio 2016 um neun wichtige Instrumente und Tests ergänzt worden. Diese sollen dabei helfen, Behandlungsentscheidungen weiter zu verbessern und die Effizienz der Labore zu steigern. Zu diesen Instrumenten gehören das cobas e 801 Immundiagnostik-Modul, das CoaguChek® INRange System zur Überwachung der Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten sowie Accu-Chek® Guide, ein neues Blutzuckermesssystem der nächsten Generation.

In den USA seien von der FDA zwei Begleittests zugelassen worden. Dabei handele es sich um den Ventana PD-L1 (SP142)-Test zum Nachweis des PD-L1-Status bei Blasen-und Lungenkrebs sowie den cobas EGFR Mutation Test v2 für das Lungenkrebsmedikament Tarceva® (Erlotinib) von Roche. Ferner habe die FDA eine Zulassung sowie die CLIA5-Freigabe für den cobas Influenza A/B + RSV Test erteilt. Dieser kann nach Unternehmensaussage als erster molekularer Test auf dem Liat System neben A-Streptokokken, Influenza-A- und Influenza-B-Viren auch das respiratorische Synzytial Virus (RSV) nachweisen. Die FDA habe ebenfalls Roche-Tests für das Zika-Virus zugelassen.

Anhaltender Preisdruck in den USA

Die wichtigsten Wachstumstreiber in der zentralisierten und patientennahen Labordiagnostik seien Lösungen für den integrierten Serumarbeitsplatz (Integrated Serum Work Area) mit den Segmenten Immundiagnostik (+13 Prozent) und klinische Chemie (+6 Prozent) gewesen.

Die Verkäufe in Diabetes Care sanken aufgrund des anhaltenden Preisdrucks in den USA um 4 Prozent. Während in Lateinamerika die Umsätze gestiegen seien, blieben sie in Asien-Pazifik konstant und gingen in Europa und Japan zurück.

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