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Medizinisches Cannabis

Mehr Sicherheit durch zentrale Regulierung?

Eine Brancheninsiderin plädiert in puncto Medizinalhanf für die Regulierung durch die europäische Behörde EMA.

Veröffentlicht:

BERLIN. Das Fehlen angemessener Standards für medizinische Cannabisprodukte stellt die Regulierungsbehörden in Europa vor große Herausforderungen. Das findet zumindest Dr. Catherine Jacobson, Klinische Forschungsdirektorin bei Tilray, dem nach eigenen Angaben in der Erforschung und Entwicklung des Medizinalhanfs weltweit führenden, kanadischen Anbieter.

Wie sie gegenüber der "Ärzte Zeitung" erläutert, sei der europäische Regulierungsansatz zu medizinischem Cannabis "insgesamt lobenswert". Jacobson: "Politiker und Regulierungsbehörden akzeptieren medizinische Cannabisprodukte, sofern sie standardisiert sind, eine klar beschriebene Formulierung haben und strengen Qualitätsstandards entsprechen."

Wünschenswert sei aus ihrer Sicht jedoch eine EU-weite Rahmenregulierung, wie sie unter Aufsicht der europäischen Arzneizulassungsbehörde EMA durchaus denkbar wäre. Ein Blick auf Nordamerika offenbare Defizite im Cannabis-Handling, ergänzt sie. So seien 2015 in einer Studie 75 Produkte von Händlern in drei verschiedenen US-Städten getestet worden. Ergebnis: 80 Prozent der Produkte seien falsch ausgezeichnet gewesen. 2016 habe die kanadische Zeitung "The Globe and Mail" Produkte von neun nicht staatlich zugelassenen Händlern in Kanada getestet und herausgefunden, dass 66 Prozent der Produkte schädliche Substanzen enthielten.

Behörden, Gesetzgeber, Mediziner und die Industrie müssen sich nach Jacobsons Ansicht gemeinsam dafür einsetzen, dass die bestmöglichen medizinischen Angebote zur Verfügung stehen. "Die EU kann die Gelegenheit nutzen, hier die Führung zu übernehmen und ihren 500 Millionen Einwohnern eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen, indem sie Cannabinoide und medizinische Cannabisprodukte klug und effektiv reguliert, nationale Ansätze zusammenführt und es Regierungen erlaubt, im Sinne der Patientensicherheit und der Verfügbarkeit zu kooperieren", hebt sie hervor. (maw)

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