Ärzte Zeitung, 21.08.2015

Kommentar zum Bereitschaftsdienst

Grundfertigkeiten pflegen!

Von Martin Wortmann

Bereitschaftsdienst für alle - das ist zunächst eine gute Nachricht für die Hausärzte vor allem in ländlichen Regionen. Ohnehin bekommen sie oft genug Anrufe ihrer Patienten zu unpassender Zeit. Dass sie dann auch noch den überwiegenden Teil der Bereitschaftsdienste stemmen, kann niemand verlangen.

Um die Bereitschaftsdienste noch überall gewährleisten zu können, haben mehrere KVen in jüngster Zeit die Basis der herangezogenen Ärzte verbreitert. Das Bundessozialgericht (BSG) hat diesen KVen nun den Rücken gestärkt. Dabei bleibt Raum für unterschiedlichste Lösungen, vom Einzelvertreter bis hin zum Bereitschaftspool.

Allerdings dürfen ungeeignete Ärzte nicht zum Notdienst eingeteilt werden. Zumindest formal wäre das in Niedersachsen bislang möglich gewesen, hier muss die KV nachbessern. Das BSG setzt auf Transparenz und disziplinarischen Druck zur Fortbildung - bis hin zum Zulassungsentzug.

Und das mit gutem Recht. Es bewahrt Ärzte, die sich immer weiter spezialisieren, vor dem Tunnelblick, und verpflichtet sie dazu, ärztliche Grundfertigkeiten durch Fortbildung zu pflegen. Wer dazu nicht bereit ist, wird künftig riskieren, seine Existenzgrundlage zu verlieren.

Lesen Sie dazu auch:
Urteil: Bereitschaftsdienst ist Pflicht für alle!

[21.08.2015, 13:33:49]
Dr. Wolfgang Bensch 
Die Grundfertigkeit zum NEIN fehlt auf ganzer Linie
und zwar zum "NEIN" bei den "demokratischen" Vertreterversammlungen der Körperschaften in allen Bundesländern sowie bei der Bundesärztekammer. zum Beitrag »
[21.08.2015, 11:02:50]
Dr. Henning Fischer 
Notfall ?!?!?!

Herz-Lungen-Wiederbelebung: ok, sollte jeder können

Hypertone Krise, epileptische Anfall ect: da braucht man schon spezielle Kenntnisse und Medikamente. Das ist schon problematisch

90% aller "Notfälle" sind aber mehr oder weniger (scheinbare) Bagatellen aus allen möglichen Fächern. Und da ist selbst ein erfahrener Allgemeinmediziner manchmal überfordert.

Also: bevor man irgendwen zu irgendeiner Notfallmedizin verpflichtet, muß man erst einmal klar sagen, was ist ein Notfall und was muß der Notdienst-Arzt können und was nicht.

Und davor drücken sich KVen und Ärztekammern seit Jahrzehnten absolut erfolgreich und lassen das Fußvolk im Regen stehen

Vertretung ärztlicher Interessen sieht anders aus
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