Ärzte Zeitung, 20.10.2014

Gesundheits-Apps

App erinnert an Impftermine

Mit der myImpf-Uhr-App haben Patienten jederzeit den Impfschutz im Blick. Zudem können Dokumente wie der Impfpass hinterlegt werden.

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Wann steht die nächste Impfung an? Daran erinnert eine App.

© Ralf Hirschberger / dpa

NEU-ISENBURG. Regelmäßig stellen sich Patienten die Frage, ob alle Impfungen noch aktuell sind oder ob welche aufgefrischt werden müssen?

Meist hat man in diesem Moment seinen Impfpass nicht zur Hand und muss ihn erst einmal suchen. Impfungen sind daher in jedem Lebensalter immer wieder ein Thema.

Die größten Impflücken klaffen in Deutschland, nach Expertenangaben, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Von diesen hat fast jeder ein Smartphone und dieses kann jetzt genutzt werden, um über das eigene Impfwissen und den Status auf dem aktuellen Stand zu bleiben:

Mit der myImpf-Uhr-App. Zudem gibt es die Möglichkeit mit Hilfe der App, die Impfungen aller Familienmitglieder zu verwalten und im Blick zu haben. Denn wer seinen Impfstatus kennt, kann auch gezielt bei seinem Arzt nachfragen, um so immer geschützt zu sein.

Über "Impf-Uhr starten", können Nutzer ihren eigenen Impfstatus abfragen: Einfach Alter und Geschlecht eingeben und schon zeigt die App die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen an.

Wann ist eine Auffrischung nötig?

Über "Details zu den Impfungen" können sich Nutzer weitere Informationen einholen, etwa zum "Impfschutz", wann eine Auffrischung empfohlen wird, zur Verbreitung der zugehörigen Erkrankung und zum Krankheitsbild selbst.

Unter "Profile" kann ein eigenes Profil angelegt werden und es lassen sich darüber auch die Familienmitglieder verwalten. Vollständiger Impfschutz wird grün und Impflücken werden rot angezeigt.

Zudem gibt es die Möglichkeit Gesundheitsdokumente, wie Impfpass, Allergiepass oder Blutspendeausweis abzufotografieren und zu hinterlegen. Dafür muss sich der Nutzer allerdings registrieren, damit auch bei Verlust oder Diebstahl des Smartphones die Daten passwortgeschützt einzig für den Nutzer zugänglich bleiben.

Unter "News" können Nutzer außerdem aktuelle Informationen rund um das Impfen erhalten.

Die App wurde von der Apothekerin und Expertin für digitale Gesundheitsaufklärung Dr. Ursula Kramer entwickelt: "Mit der neuen App myImpf-Uhr hat jetzt jeder Verbraucher zu Hause am Computer oder unterwegs mit dem Smartphone Zugriff auf die Impfdaten der ganzen Familie. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen und sind vor dem unberechtigten Zugriff Dritter sicher geschützt."

Die myImpf-Uhr ist kostenlos und wird von der Initiative Präventionspartner angeboten. Der Service ist im Internet unter www.impfuhr.de erreichbar und auf jedem Smartphone nutzbar, da die App auf allen gängigen Betriebssystemen läuft. (mn)

[21.10.2014, 12:59:47]
Dr. Ursula Kramer 
Informierte Patienten mit Impfdurchblick
Die myimpf-Uhr App will und kann den (elektronischen) Impfausweis nicht ersetzen. Was sie will und kann, ist Patienten und Ärzte dabei zu unterstützen, an Impfschutz zu denken. Und sicher sind viele Ärzte froh, wenn Patienten vorinformiert in die Praxis kommen, auch in Sachen Impfungen, und gegebenfalls auch mal selbst nachfragen, wenn es z. B. um Pneumokokkenschutz bei Chronikern geht oder die Grippe-Impfung bei Schwangeren, oder die 2. Masernimpfung. Es sind u. a. die vielen bürokratische Hürden, die den elektronischen Impfausweis, so wie ihn die Schweiz derzeit testet, in Deutschland sicher noch in weite Ferne rücken - so wie übrigens auch die Nationalen Impfziele, die immer wieder scheitern, z. B. an Zuständigkeiten. Man kann Vieles besser machen. Wir haben mit dem Profil-Modul der Impf-Uhr angefangen und freuen uns über konstruktive Vorschläge und Unterstützung all jener, die sich in Deutschland für Fortschritte in der Prävention einsetzen.
Initiative Präventionspartner zum Beitrag »
[20.10.2014, 08:15:42]
Dr. Hans-Jürgen Schrörs 
Impf-App Einträge haben keine Gültigkeit
Es wurde bereits viel über den sogenannten „elektronischen Impfpass“ nachgedacht und gearbeitet. Hauptproblem ist die Rechtssicherheit der gespeicherten Einträge. Welchen Sinn macht eine Speicherung, wenn sie im Bedarfsfall nicht herangezogen werden darf? Es gilt: Von Patienten selber eingetragene Impftermine haben keine Gültigkeit und dürfen nach dem IfsG von Ärzten nicht als Grundlage für weitere Impfungen herangezogen werden. Eine Impf-App macht nur Sinn, wenn die Einträge mit gesicherter Signatur vom behandelnden Arzt getätigt werden und nur durch Ärzte änderbar sind. Aber auch hier gibt es (noch) eine gewisse Grauzone, da das Ifsg die Dokumentation in ärztlichen elektronischen DB nicht vorsieht. Es gilt immer noch: "Nicht dokumentierte Impfungen gelten als nicht geimpft" und "dokumentiert“ bedeute nach IfsG vom Arzt signiert.
Kritisch anzumerken ist außerdem, dass der Hersteller der App keine lebenslange Sicherung der Daten verspricht.
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