Ärzte Zeitung, 03.05.2013

Zuversichtlich

Healthcare IT-Branche auf Wachstumskurs

Das Gesundheitswesen hungert nach Informationen. Und davon profitieren die führenden Healthcare-ITUnternehmen - nicht nur auf dem heimischen Markt.

Von Rebekka Höhl

BERLIN. Die Healthcare IT-Branche sieht sich auf Wachstumskurs. Zumindest die im Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) organisierten Unternehmen erwarten für die Zukunft eine steigende Nachfrage, höhere Umsätze und zunehmende Mitarbeiterzahlen.

Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück unter den Mitgliedern des bvitg hervor.

In einigen Produktsegmenten - so etwa Rechenzentren und Cloudlösungen - erwarten die Unternehmen sogar ein deutliches Marktwachstum.

Dabei sind die Verbandsmitglieder davon überzeugt, dass insbesondere die Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland steigen wird. Immerhin 70 Prozent der bvitg-Mitglieder sind laut dem Verband international aufgestellt.

45 Unternehmen sind bvitg-Mitglieder

"Deutschland wird zunehmend Gesundheits-IT-Exporteur", sagt Matthias Meierhofer, stellvertretender Vorsitzender des bvitg-Vorstands. Den Unternehmen kommt nach Meinung Meierhofers zugute, dass die Qualitäts- und Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen von einem steigenden Bedarf nach Informationen begleitet wird.

Der bvitg vertritt nach eigenen Angaben die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen. Wie sich auf der Website des Branchenverbands zeigt, sind derzeit 45 namhafte Health-IT-Unternehmen als Mitglieder gelistet.

Und genau diese wurden von der Hochschule Osnabrück im Auftrag des Verbands unter anderem zu ihrer Unternehmenstätigkeit, allgemeinen Unternehmenszahlen, der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Thema Personal befragt.

Die Befragungsergebnisse wurden zusätzlich um Ergebnisse von bvitg-internen Fokusgruppen ergänzt, in denen elf Teilsegmente des Healthcare-IT-Marktes abgebildet werden.

Qualifiziertes Personal fehlt

Interessant ist vor allem ein Ergebnis: Wie im gesamten Gesundheitsmarkt, wird es auch im Healthcare-IT-Bereich schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Die Mehrheit der Unternehmen hat - so der bvitg - schon heute Vakanzen und sucht, um weiter wachsen zu können, Mitarbeiter.

Vor allem Mitarbeiter im Bereich medizinische Informatik seien gefragt. Aber: In Sachen Frauenförderung scheinen die Gesundheits-IT-Unternehmen anderen Branchen weit voraus zu sein. Wie die Umfrage ergeben hat, ist ein Drittel der Mitarbeiter in den Unternehmen weiblich.

"Ein außergewöhnlich hoher Wert in der IT-Branche", heißt es vom bvitg.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »